Regierung
Geographische Daten
Land & Leute
Kultur / Geschichte
Offizieller Name
Demokratische Volksrepublik Algerien / Al-Djumhurijja al-Djazaïrijja ad
Dimukratijja ash-Shabijja
Hauptstadt
Algier (über 3 Mio. Einwohner)
Landessprache
Arabisch ist die Verkehrssprache, in den oberen Schichten auch Französisch
Währung
Algerische Dinar (DA), 1 Dinar = 100
Centimes
Uhrzeit
WEZ = MEZ – 1 Stunde
Internationales Kennzeichen
DZ
Flagge
Ein grüner, ein weißer senkrechter
Streifen, mit rotem Halbmond und Stern in der Mitte (Grün, Halbmond und Stern
sind Symbole des Islam, während Rot die Farbe des Sozialismus ist. Weiß steht
für Rechtschaffenheit und Lauterkeit.)
Nationalhymne (1. Strophe)
„Bei den vernichtenden Blitzen! Bei den Strömen reinen Bluts! Bei den
flatternden Fahnen, die wehen auf stolzen Höhen! Haben wir geschworen:
Revolution auf Leben und Tod! Wir haben gelobt zu sterben, auf dass Algerien
lebe! Seid Zeugen! Seid Zeugen! Seid Zeugen!“
Bevölkerung
ca. 31 Mio. Araber und Berber
Bevölkerungsdichte
12,9 Menschen pro km²
Ethnische Zusammensetzung
Araber 80 %, Berber 20 %
Religion
Der Islam ist Staatsreligion
(Sunniten).
Moslems 99 %, Katholiken 1 %
Regierungsform
Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt
Präsident Abd el-Aziz Bouteflika
Regierungschef
Premierminister Ali Benflis
Bruttoinlandsprodukt (1999)
ca. 53,4
Mio. US$
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (1999)
1.723 US$
Nationalfeiertag
1. November:
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Jahrestag der Revolution (1954)
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5. Juli:
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Tag der Unabhängigkeit von Frankreich (1962)
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Einreisebestimmungen
Mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt muss bei der Algerischen Botschaft
ein Visum beantragt werden.
Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Algerien,
Außenstelle, Stavanger Str. 18, 10439 Berlin
Gesundheit
Einige Grundregeln sollten strikt
eingehalten werden:
Keinesfalls sollte man Leitungswasser
oder Wasser aus Flüssen trinken. Unbedingt auf abgepacktes Mineralwasser in
Kunststoff-Flaschen zurückgreifen.
Durch die Nahrungsumstellung kann es
zu Durchfall und leichten Magen-/Darmerkrankungen kommen. Im Falle einer
Erkrankung sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeits- und
Elektrolytzufuhr achten. Abgepackte Glukose-Elektrolyt-Mischungen gehören in
jede Reiseapotheke.
Meiden sollte man unbedingt Salate,
Eiswürfel, Frischmilch, Speiseeis, ungeschältes Obst u. Leitungswasser. Nichts
essen, was nicht gekocht oder geschält werden kann.
Sonnencreme mit einem hohen
Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert, außerdem ein Mittel, das Insekten
abwehrt.
Impfungen:
Grundsätzlich sollte vor einer Reise
nach Algerien der Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio überprüft
werden.
Außerdem wird eine Impfung gegen
Hepatitis A empfohlen, bei Individualreisen unter schlechten hygienischen
Bedingungen zusätzlich eine Impfung gegen Typhus. Bei extremen Reisen muss auch
an Vorsorge bzw. Impfschutz gegen z.B. Meningokokken-Meningitis und Tollwut
gedacht werden.
Die Gefahr einer Ansteckung mit
Malaria ist auf einige wenige Gebiete beschränkt.
Sicherheitslage
Die Sicherheitslage in Algerien hat sich weiter verbessert und vor allem in
den großen Städten des Landes zu einer weitgehenden Normalisierung des
öffentlichen Lebens geführt. Die Möglichkeit von Anschlägen kann aber nicht
völlig ausgeschlossen werden.
Das
Auswärtige Amt rät, vor allen Reisen nach Algerien zeitnahe Erkundigungen über
die örtliche Sicherheitslage einzuholen.
Reisen innerhalb des Landes sollten
möglichst auf dem Luftweg erfolgen. Überlandfahrten sollten vor allem nach
Einbruch der Dunkelheit vermieden werden. Beim Passieren von Kontrollstellen
wird dringend geraten, den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten.
Die Grenzen zu Niger und Mali sind
grundsätzlich geöffnet. Die Landesgrenze nach Marokko ist gegenwärtig noch
geschlossen. Aus Sicherheitsgründen sollten Reisen in die schwer
kontrollierbaren Grenzgebiete vermieden werden.
Die Deutsche Botschaft in Algier ist
in Einzelfällen gern bereit, Auskünfte zur aktuellen Sicherheitslage zu geben.
Die Möglichkeiten zur konsularischen Hilfestellung in Not- und Unglücksfällen
sind angesichts der Größe des Landes allerdings sehr begrenzt.
Lage
Nordafrika (8° W – 12° O / 19° N – 37°
N)
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Nördliche Grenze:
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Mittelmeer
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Östliche Grenze:
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Tunesien, Libyen
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Südliche Grenze:
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Niger, Mali
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Westliche Grenze:
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Mauretanien, Marokko
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Fläche
2.381.741 km² (Algerien ist das
zweitgrößte Land in Afrika.)
Höchster Punkt
Tahat (2.918 m)
Tiefster Punkt
Schott Melrihr (- 31 m)
Hauptflüsse
Shilif
Küstenlänge
ca. 1.200 km
Größte Städte
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Algier
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über 3 Mio. Einwohner
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Oran
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ca. 610.000 Einwohner
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Constantine
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ca. 440.000 Einwohner
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Annaba
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ca. 220.000 Einwohner
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Batna
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ca. 180.000 Einwohner
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Verwaltungsstruktur
48 Verwaltungsbezirke (Wilyas)
Klima
Algerien wird durch das Atlasgebirge
in zwei völlig verschiedene Klimazonen geteilt. Im Norden herrscht mediterranes
Klima vor, während sich südlich vom Atlas die Sahara mit ihrem heißen
Wüstenklima erstreckt.
Mittlere Temperatur
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Algier (Höhe 50 m):
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Januar 12° C, Juli 2° C
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Biskra:
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Januar 12° C, Juli 35° C
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In-Salah:
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Januar 14° C, Juli 37° C
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Geographie
Das Atlasgebirge teilt Algerien in
zwei verschiedene Klimazonen. Die Gebirgskette wurde beim Aufprall der
afrikanischen auf die europäische Kontinentalplatte aufgefaltet.
Die Küstenregion nördlich des Atlas
nennt man Tell. Die Westhälfte ist relativ trocken, aber fruchtbar. Das durch
Flussläufe bewässerte Vorgebirgsland östlich von Algier ist Algeriens
fruchtbarstes Gebiet.
Abgesehen von diesen Flüssen im Norden
und wenigen, weit verstreut liegenden Oasen weiter südlich, hat das riesige
Gebiet kaum natürliche Wasservorkommen. Manche Gegenden bleiben viele Jahre
lang ohne Regen.
Die Sahara nimmt etwa vier Fünftel des
algerischen Territoriums ein. Sie ist das größte Wüstengebiet der Erde und fast
so groß wie Europa.
Insgesamt ist nur ein Dreißigstel der
Landfläche Algeriens bewässert und landwirtschaftlich nutzbar.
Flora/Fauna
Wälder kommen nur in den Gebirgslagen
vor. Die trockenen Hocheben zeigen eine typische Steppenvegetation mit Gras und
Wermutgewächsen.
Wildschweine und Gazellen gehören zum
natürlichen Tierbestand Algeriens. Leoparden und Geparden sind vom Aussterben
bedroht.
In den Wüstengegenden lebt die
Vegetation nur nach seltenen Regenfällen auf. Kleinreptilien und Insekten sowie
kleine Säugetiere wie die Wüstenspringmaus und der Wüstenhase leben hier.
Tourismus
Der Tourismus ist in Algerien nach
Anschlägen islamischer Fundmentalisten praktisch zum Erliegen gekommen. 1998
kamen lediglich 107.000 Besucher nach Algerien.
Sehenswürdigkeiten / Weltkulturerbe
Folgende Sehenswürdigkeiten wurden zum Weltkulturerbe erklärt:
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Bergfestung
Beni Hammad
-
Felsmalereien
des Tassili n’Ajjer
-
Tal
von M’zab
-
Römische
Ruinen von Djemilla
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Ruinenstadt
von Tipasa
-
Römische
Ruinen von Timgad
-
Kasbah
(Altstadt von Algier)
Essen und Trinken
Strenggläubige Moslems trinken keinen
Alkohol und essen kein Schweinefleisch.
Algerier essen normalerweise mit
Besteck. Speisen mit reichhaltigen Saucen jedoch werden mit der Hand gegessen,
wobei das Brot als Schöpflöffel dient. Es wird nur die rechte Hand zum Essen
benutzt. Die linke gilt als unrein, da sie der persönlichen Hygiene dient.
Redewendungen
Neben vielen Begrüßungsformeln für bestimmte Situationen sind dies die
häufigsten:
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Sei gegrüßt!
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Mrahva yissouen!
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Gesundheit!
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Saha!
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Berbergrüße, die von den Kabylen
gebraucht werden:
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Guten Morgen
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Azul
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Guten Morgen, Sohn des Landes
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Azul amiss
tmuzrha
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Auf Wiedersehen
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Ar thim lee leeth
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Bis später
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Arthlifath
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Umgangsformen
Jedes Geschäftsgespräch beginnt
zunächst mit endlosen belanglosen Plaudereien. Heikle Themen wie Politik oder Religion
sowie persönliche Angelegenheiten dürfen nur durch den Gastgeber angesprochen
werden.
Eine Einladung zu einer Erfrischung
abzuschlagen, gilt als unhöflich.
Eine Einladung in ein privates Haus
ist eine große Ehre. Beim Essen lässt man einen kleinen Rest auf dem Teller
zurück, um zu zeigen, dass man von seinem Gastgeber mehr als ausreichend
verpflegt wurde.
Mit dem Finger auf jemanden zu zeigen,
ist verpönt.
Einer anderen Person die Schuhsohlen
zu zeigen, ist eine Beleidigung.
Gegenstände werden mit der rechten
oder beiden Händen herumgereicht, niemals mit der linken Hand allein, da diese
als unrein gilt.
Kultur / Geschichte
Algeriens Kultur ist von islamischen Traditionen geprägt. In Kunst und
Literatur ist der französische Kolonialismus deutlich erkennbar.
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ca. 2000 v.
Chr.
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Nordwestafrika ist von zahlreichen Berber-Stämmen besiedelt.
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ca. 200 v. Chr.
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Im Norden der heutigen Staaten Algerien und Tunesien schließen
sich Berberstämme unter Masinissa zum Numidischen Königreich zusammen.
Masinissa schließt ein Bündnis mit den Römern und bekämpft mit ihnen
gemeinsam Karthago.
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146 v. Chr.
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Karthago wird von römisch-numidischen Truppen erobert.
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112 v. Chr.
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Der numidische König Jugurtha lässt zahlreiche römische
Händler töten. Das römische Heer fällt daraufhin in Nubien ein und gliedert
es der Provinz „Africa“ an.
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429 n. Chr.
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Die Vandalen dringen über Südspanien nach Nordafrika vor und
erobern die römischen Provinzen.
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524 n. Chr.
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Das Oströmische Reich beendet die Herrschaft der Vandalen.
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697 n. Chr.
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Die Herrschaft der Byzantiner endet mit der Eroberung durch
die muslimischen Araber. Sie sorgen für eine rasche Verbreitung des Islam in den
heutigen Staaten Tunesien, Algerien und Marokko (dem „Maghreb“, arabisch für
„Westen“)
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ab 750 n. Chr.
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Nach zahlreichen Berberaufständen erringen West- und
Südalgerien sowie Marokko ihre Unabhängigkeit, während der Osten weiterhin
unter arabischer Herrschaft bleibt.
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ab 1080
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Die islamischen Almoraviden übernehmen die Macht.
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ab 1147
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Die maurisch-islamische Almohaden-Dynastie löst die
Almoraviden ab.
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ab 1235
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Das Almohaden-Reich zerfällt. Die Abdalwadiden übernehmen um 1270
das Gebiet des heutigen Algerien.
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ab 1492
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Spanien erobert mehrere algerische Hafenstädte. Daraufhin
holen die Küstenstädte türkische Seeräuber zu Hilfe, die zwar die Spanier
vertreiben, aber nun selbst Ansprüche erheben.
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1529
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Algerien wird Provinz des Osmanischen Reiches (Byzanz) und
gelangt durch Sklavenhandel und Seeräuberei zu großem Reichtum. Um ihre
Schiffe vor den räuberischen Piraten zu schützen, zahlen viele europäische
Staaten (später auch die USA) noch bis Anfang des 19. Jahrhundert Tribut an
die Berberstaaten Nordafrikas.
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1815
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Der Statthalter von Algier erklärt den USA den Krieg, nachdem
diese keine Tributzahlungen mehr leisten. Immer wieder werden amerikanische Schiffe
gekapert und deren Passagiere als Sklaven verkauft. Die USA entsenden eine
Kriegsflotte nach Algier, aber man kann sich noch friedlich einigen.
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1830
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Zur Bekämpfung der Piraterie besetzen die Franzosen Algier und
beginnen mit der Eroberung des Landes.
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1847
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Die Franzosen siegen über Abd el-Kader, dem ein arabisches
Großreich vorschwebte, und erklären Algerien zur Kolonie. Sie brauchen jedoch
noch weitere zehn Jahre, um die Gebiete östlich von Algier unter ihre
Kontrolle zu bringen. Die Saharagebiete können sogar erst Anfang des 20.
Jahrhunderts unter französische Verwaltung gestellt werden.
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1942
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In Nordwestafrika beginnt die Landung amerikanischer und
britischer Streitkräfte als Auftakt einer direkten Offensive gegen des
Deutsche Reich.
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1947
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Frankreich gewährt allen Algeriern die französische
Staatsbürgerschaft. Zu spät, denn inzwischen fordern zahlreiche
Organisationen die völlige Unabhängigkeit.
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1954
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Der bis 1962 andauernde Unabhängigkeitskampf gegen Frankreich
beginnt.
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1962
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Charles de Gaulle, der französische Staatspräsident,
proklamiert offiziell die Unabhängigkeit Algeriens.
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1964
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Wegen der umstrittenen Grenze zu Westsahara (Tindouf-Gebiet)
kommt es zu militärischen Konflikten mir Marokko.
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1967
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Algerien beteiligt sich am ägyptischen Kriegszug gegen Israel
und bricht die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab.
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1971
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Algerien verstaatlicht die französischen Erdöl- und
Gasgesellschaften. Die im Friedensabkommen von 1962 ausgehandelten besonderen
Beziehungen sind damit beendet.
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1981
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Neuordnung der Beziehungen zwischen Algerien und Frankreich.
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1987
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Die diplomatischen Beziehungen zu Marokko werden wieder
aufgenommen.
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1989
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In Algeriens neuer Verfassung wird das Mehrparteiensystem verankert,
der Sozialismus wird nicht mehr erwähnt.
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1990
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Die neu gegründete Partei „Front Islamique du Salut (FIS,
Islamische Heilsfront) gewinnt die Kommunalwahlen und erzwingt vorgezogene
Parlamentswahlen für 1991.
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26.12.1991
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Die ersten freien Parlamentswahlen werden abgebrochen, als
sich ein Sieg der FIS abzeichnet. Die FIS ruft zum bewaffneten Kampf gegen
die Regierung auf und startet in ganz Algerien Terroranschläge gegen
„Gotteslästerer“.
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11.01.1992
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Präsident Chadli tritt zurück.
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Februar 1992
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Über Algerien wird wegen des anhaltenden Terrors der
Ausnahmezustand verhängt.
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März 1992
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Der Staatsrat ordnet die Auflösung der FIS an.
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29.06.1992
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Staatschef Boudiaf wird von einem Offizier der
Präsidentengarde erschossen.
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Oktober 1992
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Neue Antiterrorgesetze treten in Kraft. Ein nächtliches
Ausgangsverbot wird verhängt, der Ausnahmezustand auf unbestimmte Zeit
verlängert.
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März 1993
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Algerien bricht die diplomatischen Beziehungen zu Sudan und
Iran ab, die die Extremisten unterstützen.
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September 1993
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Die „Groupe Islamique Armé » (GIA, bewaffnete islamische
Gruppe) kündigt an, Algerien von allen Nicht-Muslimen zu säubern. Nach
zahlreichen Ermordungen verlassen die meisten Europäer fluchartig das Land.
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1994 – 1997
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Immer neue Terroranschläge erschüttern das Land. Seit die FIS
1992 verboten wurde, sind bei Terroranschlägen und Einsätzen des Militärs
gegen die Extremisten 60.000 – 80.000 Menschen getötet worden.
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05.06.1997
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Unter dem Schutz von 300.000 Soldaten und Polizisten und der
Aufsicht von 250 internationalen Beobachtern wählen die Algerier ein neues
Parlament.
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1997 – 1999
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Auch nach den Parlamentswahlen gehen die Terroranschläge
unvermindert weiter.
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16.04.1999
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Bei vorgezogenen Parlamentswahlen wird Abd el-Aziz Bouteflika
erster Zivilist im höchsten Amt seit Existenz des Staates.
Unter Bouteflika verbessert sich nach Feststellungen von
„amnesty international“ die Sicherheits- und Menschenrechtslage. Trotzdem kommt
es bis in die jüngste Zeit immer wieder zu Terroranschlägen.
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Alle
Angaben ohne Gewähr