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Bosnien

Informationen zu Land und Leuten

 

Regierung

Geographische Daten

Land & Leute

Kultur / Geschichte

 

 

Offizieller Name

Bosnien und Herzegowina / Bosna i Herzegovina (BiH)

Der Landesname entstand aus dem Fluss Bosna, der Sarajewo, die Landeshauptstadt, durchfließt, und dem Titel „Herzog“ (Herzegowina = Land des Herzogs).

 

Hauptstadt

Sarajewo (ca. 450.000 Einwohner)

 

Landessprache

Bosnisch-Serbisch-Kroatisch

(Bosnisch/Kroatisch mit lateinischer Schrift, Serbisch mit  kyrillischer Schrift)


Währung

Konvertierbare Mark (KM), Parallelwährung: DM (Kurs 1:1)

 

Uhrzeit

MEZ

 

Internationales Kennzeichen

BIH

 

Flagge

Blauer Grund mit einem gelben Dreieck und einer Sternenreihe.

 

Bevölkerung

ca. 4 Mio. Einwohner

 

Bevölkerungsdichte

78,2 Menschen pro km²

 

Ethnische Zusammensetzung

Bosnier (Bosniaken) 49 %, Serben 31 %, Kroaten 17 %, andere 3 %

 

Religion

Moslems 45 %, Serbisch-Orthodoxe 40 %, Katholiken 10 % (geschätzt)

 

 

 

Regierungsform

Demokratischer Bundesstaat mit zwei starken konstitutiven Landesteilen: Föderation von Bosnien-Herzegowina und Serbische Republik

 

Staatsoberhaupt

Staatspräsidium besteht aus jeweils einem Vertreter der bosnischen Kroaten, der muslimischen Bosnier sowie der bosnischen Serbien. Der Vorsitz rotiert alle 8 Monate.

 

Regierungschef

Vorsitzender des Ministerrates, derzeit: Bozidar Matic

 

Bruttosozialprodukt (1998)

6,97 Mrd. DM

 

Bruttosozialprodukt pro Kopf (1998)

1.884 US$

 

Nationalfeiertag

werden noch festgelegt, bisher:

01. März:

Unabhängigkeitstag (1992)

21. November:

Friedensvertrag (Paraphierung des Dayton Abkommens

25. November:

Konstituierung der „Volksrepublik Bosnien-Herzegowina“ (1945)

 

Einreisebestimmungen

Zur Einreise wird ein gültiger Reisepass oder Kinderausweis benötigt.

 

Sicherheit

Vor Reisen nach Bosnien und Herzegowina sollten unbedingt die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beachtet werden.

Besonders im Bereich der Stadt Mostar ist die Sicherheitslage angespannt. Bosnien und Herzegowina eignen sich nach wie vor nicht für touristische Reisen.

 

 

 

Lage

Südosteuropa (15° O – 20° O / 42° N – 46° N)

Nördliche Grenze:

Kroatien

Östliche Grenze:

Serbien

Südliche Grenze:

Montenegro

Westliche Grenze:

Kroatien, Mittelmeer (Adria)

 

Fläche

51.129 km²

 

Höchster Punkt

im Pločno, 2.228 m

 

Tiefster Punkt

Meeresspiegel

 

Hauptflüsse

Save, Bosna

 

Längster Fluss

Save (Teil)

 

Küstenlänge

19 km

 

Größte Städte

Sarajewo

ca. 450.000 Einwohner

Banja Luka

ca. 140.000 Einwohner

Zenica

ca. 100.000 Einwohner

Tuzla

ca. 85.000 Einwohner

Mostar

ca. 75.000 Einwohner

 

Internationale Flughäfen

Sarajewo

 

Wichtigste Häfen

Binnenhafen Bosanski Brod

 

 

 

Klima

Kontinentalklima mit kalten Wintern und milden Sommern, zur Küste hin mediterran.

 

Mittlere Temperatur

Sarajevo: Januar – 2° C, Juli 20° C

 

Geographie

Bosnien-Herzegowina ist von Gebirgen durchzogen, sein einziger Zugang zur Adria ist ein 19 km breiter Streifen, der die Stadt Dubrovnik vom Rest Kroatiens trennt.

 

Flora/Fauna

Bosnien-Herzegowina ist fast zur Hälfte mit Wäldern bedeckt. Ursprünglich sind sie noch in einigen Reservaten.

In den dünn besiedelten Gebirgsregionen leben vereinzelt Braunbären, Wölfe, Wildkatzen u. Steinböcke. Häufig anzutreffen sind Wildschweine.

 

Kultur / Geschichte

1200 v. Chr.

Nahezu der gesamte Balkan wird von illyrischen Volksstämmen besiedelt.

400 v. Chr.

Im Gebiet des heutigen Bosnien-Herzegowina vermischen sich die Illyrer mit aus Mitteleuropa einwandernden Kelten.

220 v. Chr.

Es bilden sich Staatsverbände mit griechischem Kultureinfluss.

200 v. Chr.

Jugoslawien wird Teil der römischen Provinz Illyricum“, die im 1. Jahrhundert nach Christus in „Dalmatia“ und „Pannonia“ aufgeteilt wird.

395 n. Chr.

Nach der Teilung des Römischen Reiches wird Bosnien-Herzegowina Teil des Oströmischen Reiches.

ab 500 n. Chr.

Slawen wandern aus Gebieten nördlich der Karpaten in Jugoslawien ein.

1180

Kulin gründet das Fürstentum Bosnien.

1205

Die Bogomilen, eine griechisch-orthodoxe Sekte, bauen einen der bedeutendsten südslawischen Staaten auf.

1314

Ban (König) Stjepan II. von Bosnien erweitert sein Reich um Herzegowina (Hum).

1463

Bosnien wird von den Osmanen erobert, ein Großteil der Bevölkerung nimmt den islamischen Glauben an.

1483

Die Osmanen erobern Herzegowina.

1580

Mehrere Aufstände gegen die türkische Herrschaft enden ergebnislos. Sultan Murad III. legt Bosnien und Herzegowina zur Provinz Bosnien zusammen. Es bildet sich die religiöse Dreiteilung in eine islamische Überzahl und je einen orthodoxen (serbischen) und katholische (kroatischen) Bevölkerungsanteil.

1878

Bosnien und Herzegowina werden von Österreich-Ungarn besetzt.

1908

Österreich-Ungarn annektiert Bosnien. Serbien sieht seine Pläne für ein Großserbisches Reich gestört und mobilisiert seine Truppen.

1917

Man einigt sich über die Schaffung eines südslawischen Nationalstaates Jugoslawien (jugo = süd).

1921

Eine neue Verfassung wird verabschiedet, die das „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ zu einem zentralistischen Einheitsstaat macht.

1923

Belgrad schließt mit Rumänien, Griechenland und Bulgarien den Balkanbund.

1928

Kroatien scheidet aus dem Belgrader Parlament aus, als der Führer der Kroatischen Bauernpartei von einem serbisch-montenegrinischen Abgeordneten erschossen wird. In Agram eröffnen sie einen separatistischen Landtag.

1929

König Alexander I. errichtet mit Hilfe des Militärs eine „Königsdiktatur“, als es zwischen Serben und Kroaten zu schweren Unruhen kommt. Der Landesname lautet nun „Königreich Jugoslawien“.

1931

Die Diktatur wird aufgehoben. Erste öffentliche Parlamentswahlen werden abgehalten.

1932

Unruhen unter den kroatischen Bauern werden blutig niedergeschlagen, ihre Führer liquidiert.

1934

König Alexander I. wird in Frankreich von kroatischen Extremisten ermordet.

1935

Aus wirtschaftlichen Gründen sieht sich Jugoslawien zur Annährung an das Deutsche Reich gezwungen.

1941

Jugoslawien tritt dem Dreimächtepakt (Deutschland, Italien, Bulgarien) bei. Das führt zwei Tage später zu einem Militärputsch. Jugoslawien unterzeichnet einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt mit der UdSSR.

1941

Als italienische und deutsche Truppen in Jugoslawien einmarschieren, muss Jugoslawien kurze Zeit später kapitulieren.

1943

Josip Broz („Tito“) kann nach der Kapitulation Italiens große Teile Jugoslawiens unter seine Kontrolle bringen.

1944

Mit Hilfe der „Roten Armee“ erobern Tito-Partisanen Belgrad zurück.

Anfang 1945

Die kroatische Armee ergibt sich den Briten und wird an Titos Partisanenarmee ausgeliefert. 80.000 kroatische Soldaten und 20.000 Zivilisten werden getötet.  Auch die auf deutscher Seite kämpfenden Slowenen und Serben werden massakriert.

März 1945

Marschall Tito wird Chef der ersten Nachkriegsregierung in Belgrad.

Nov. 1945

Die Kommunisten gewinnen die Parlamentswahl. Tito wird im Amt bestätigt.

29. Nov. 1945

Die „Föderative Volksrepublik Jugoslawien“ wird ausgerufen, sie besteht aus den Teilstaaten Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Mazedonien und Serbien (zu Serbien gehören die beiden autonomen Regionen Kosovo und Wojwodina). Die sowjetischen Truppen ziehen ab.

1946

Freundschaftsvertrag mit der UdSSR. Jugoslawien wird nach sozialistischen Grundsätzen reformiert.

1948

Tito bricht mir der UdSSR und sucht den Anschluss an die westlichen Industrieländer.

1963

Jugoslawien wird in „Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien“ umbenannt, Tito zum Präsidenten auf Lebenszeit.

1964

Jugoslawien schließt sich der Wirtschaftsgemeinschaft Comecom an (UdSSR, Bulgarien, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn, DDR)

1980

Tito stirbt mit 88 Jahren. Jugoslawiens Wirtschaftslage verschlechtert sich dramatisch. Es kommt zu ersten Unruhen im Kosovo.

1989

Slowenien und Kroatien fordern die Gründung souveräner Staaten. Slobodan Miloševic wird Präsident Serbiens. Seine serbisch-nationale Politik verschärft den Konflikt.

1990

Das jugoslawische Bundesparlament hebt die Autonomie der Provinzen Kosovo und Wojwodina auf. Im Kosovo wird eine Massendemonstration blutig niedergeschlagen. Serben verdrängen die Albaner im Kosovo aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Mindestens 300.000 Albaner flüchten bis 1992 ins Ausland.

1991

Slowenien und Kroatien bestehen erneut auf einem Bund souveräner Staaten. Serbien ist dagegen, die Kosovo-Albaner proklamieren die „Republik Kosova“, die von niemandem anerkannt wird.

25.06.1991

Slowenien und Kroatien erklären die Unabhängigkeit. Das jugoslawische Militär marschiert in Slowenien ein. In Kroatien kommt es zum Bürgerkrieg zwischen Kroaten und Serben, in den die jugoslawische Armee auf serbischer Seite eingreift.

18.07.1991

Die jugoslawischen Truppen werden aus Slowenien abgezogen, die Souveränität damit anerkannt.

18.09.1991

Makedonien erklärt die Unabhängigkeit.

03.03.1992

Bosnien-Herzegowina erklärt die Unabhängigkeit. Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Serben, Kroaten und Muslimen in Mostar dehnen sich in kurzer Zeit zum landesweiten Bürgerkrieg aus.

März 1992

In den Bürgerkriegsgebieten werden UN-Friedenstruppen stationiert. Ein Waffenstillstand scheitert an den Serben.

27.03.1992

Bosnische Serben proklamieren die „Serbische Republik von Bosnien-Herzegowina“. Sitz des Parlamentes ist in Banja Luka. Sitz der Staatsführung in Pale.

Apr. 1992

Die bosnischen Serben beginnen mit Unterstützung Rest-Jugoslawiens mit dem Beschuss Sarajewos.

Mitte 1992

Bosnische Serben (32%) weigern sich in einem von Moslems (44%) dominierten Staat zu leben. Bosnische Kroaten (17%) konzentrieren sich in der Gegend um Mostar.

Juli 1992

Zur Versorgung der Menschen in Sarajewo richtet die UNO eine Luftbrücke ein. Die Kroaten rufen im Südwesten die „Kroatische Gemeinschaft Herceg-Bosna“ aus.

Dez. 1992

Das völlig zerstörte Sarajewo wird evakuiert.

1993

Friedenverhandlungen in Bosnien-Herzegowina scheitern an Serbenführer Radovan Karadzic. Der UN-Sicherheitsrat entsendet bewaffnete Einheiten nach Sarajewo und in 5 überwiegend von Moslems bewohnte Städte (Bihac, Gorazde, Srebrenica, Tuzla, Zepa).

Nov. 1993

Mostars berühmte „Türkenbrücke“ (erbaut 1566) wird durch den Beschuss bosnischer Kroaten zerstört.

1994

Auf Drohungen der UNO, das Wirtschaftsembargo gegen Jugoslawien zu verschärfen, schließt Miloševic die Grenzen zu den Serbengebieten in Bosnien-Herzegowina. Die Grenze wird durch internationale Beobachter überwacht, die sicherstellen sollen, dass kein Kriegsgerät in das Land gelangt.

Juli 1995

Bosnische Serben nehmen die UN-Schutzzonen Srebrenica und Zepa ein und „säubern“ sie von der nicht-serbischen Bevölkerung.

30.08. 1995

Die NATO bombardiert drei Tage lang serbische Stellungen in Bosnien-Herzegowina.

14.12.1995

In Dayton unterzeichnen Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Jugoslawien einen Friedensvertrag. Bosnien-Herzegowina bleibt als einheitlicher Staat erhalten, mit Sarajewo als Hauptstadt. Auf dem Staatsgebiet entstehen zwei autonome Teilstaaten, die „Bosniakisch-Kroatische Förderation“ und die „Serbische Republik in Bosnien“.

1996

Bosnien erhält 2 Mrd. US$ Wiederaufbauhilfe.

Nov. 1996

Die Spannung zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen wächst erneut. Es kommt zu vereinzelten Handgreiflichkeiten.

Febr. 1997

In Mostar schießen bosnischen Kroaten auf eine Gruppe Moslems. Erneut werden Moslems aus dem von Kroaten kontrollierten Westteil vertrieben.

Juli 1997

Auf UN-Einrichtungen werden mehrere Anschläge verübt.

Aug. 1997

Zurückgekehrte Moslems werden von kroatischen Nationalisten wieder aus ihren Häuser vertrieben, ihre Häuser angezündet.

Sept. 1997

Erste Kommunalwahlen verlaufen ohne Zwischenfälle.

Vor dem Polizeihauptquartier in Mostar explodiert ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug.

Nov. 1997

Bei vorgezogenen bosnisch-serbischen Parlamentswahlen verliert die extrem-nationalistische SDS ihre absolute Mehrheit.

Juni 1998

Die an die DM gebundene „Konvertibilna Marka“ ersetzt die bisherigen drei Währungen.

Jan. 1999

In Foca kommt es zu Ausschreitungen gegen UN-Einrichtungen, als UN-Einheiten in Notwehr einen gesuchten Kriegsverbrecher erschießen.

Nov. 2000

Zum dritten Mal seit Ende des Krieges wählt Bosnien-Herzegowina ein eigenes Parlament. Die multi-ethnischen Sozialdemokraten werden stärkste Kraft. Die Kroaten stimmen in einem nicht anerkannten Referendum für einen eigenen Staat.

 

 

 

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