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Pfefferinsel

 

Die Kykladen

 

Die Inselgruppe der Kykladen umfasst etwa 210 Inseln, von denen nur 19 über eine Größe von mehr als zehn Quadratkilometer verfügen. Die kleinsten Eilande sind unbewohnt.

Im Altertum wurden die Inseln wegen ihres Reichtums und ihrer Fruchtbarkeit die „Perlen von Hellas“ genannt. Heute ragen sie als kahle Felsen aus dem Meer empor und sind – nicht zuletzt, weil sie ihre ursprünglichen Wälder verloren habe – wasserarm und überwiegend unfruchtbar. In den Tälern werden unter Ausnutzung jedes Stückchen Bodens Obst, Wein und Gemüse angebaut, das zum Teil exportiert wird.

Dank ihrer Schönheit und des unvergleichlich hellen ägäischen Lichts, durch ihr angenehmes Klima und die geringen Niederschläge sind die Kykladen ideal für geruhsame Ferien.

 

Die Kykladen sind leicht von Piräus aus zu erreichen, liegen sie doch praktisch vor der Haustür von Athen. Aus diesem Grund sind sie auch die am meisten besuchten griechischen Inseln. Aber es gibt immer noch Möglichkeiten dem großen Ansturm zu entrinnen, auch in der Hauptsaison.

 

Vom Flugzeug aus kann man erkennen, dass jede Kykladeninsel nur der Gipfel eines versunkenen Berges ist und alle Inseln zu einer zusammenhängenden Bergkette gehören. Auch wenn man es schon wusste, ist dieser Anblick immer wieder atemberaubend. Die mit Wasser bedeckten Erhebungen zeichnen sich im Meer grünlich ab, die unter Wasser liegenden Täler tiefblau.

Einige der Gipfel waren einmal die Kraterränder von Vulkanen. Seit Jahrtausenden kennen die Menschen hier das dumpfe Grollen der Erde, dass ihnen jederzeit alles nehmen kann. Aber manchmal passiert es auch, dass vom Grund des Meeres eine neue Insel aufsteigt. Niemand weiß, warum und niemand weiß, für wie lange.

 

Klimatabelle für die Kykladen

 

Tages-

temperaturen

Wasser-

temperaturen

Sonnenschein-

dauer

Regentage

April

19°

17°

8

3

Mai

23°

19°

10

2

Juni

27°

21°

11

1

Juli

29°

23°

12

0

August

29°

24°

12

0

September

26°

23°

10

1

Oktober

22°

22°

7

5

November

19°

20°

6

6

 

 

Milos          Mykonos         Naxos          Paros          Santorin

Schinoussa         Serifos          Sifnos          Sikinos         Syros

Tinos

 

 

Milos

 

Größe 158 km²          Höhe 751 m          Einwohner ca. 4.500          Inselhauptstadt Plaka

Milos ist eine vulkanische Insel mit schwefelhaltigen Thermalquellen. Durch eine von Norden tiefeinschneidende Bucht wird die Insel beinahe in zwei Hälften geteilt. Die westliche Hälfte der Insel ist kaum bewohnt.

Untrennbar mit Milos verbunden ist die berühmte Aphrodite-Statue („Venus von Milo“), die hier im 19. Jh. im Sand vergraben gefunden wurde und heute im Pariser Louvre zu bewundern ist.

Schon in der jüngeren Steinzeit befand sich bei Filakopi im Norden Milos eine Siedlung phönizischer Seefahrer. Angelockt von den reichen Obsidianvorkommen gründeten sie auf Milos ihre ersten Niederlassungen. Obsidian ist ein hartes Lavagestein, das zur Herstellung von scharfen Klingen und Speerspitzen verwendet wurde. Die Entdeckung dieses Materials brachte die Menschen in der Steinzeit einen gewaltigen Schritt voran, vergleichbar mit der Entdeckung des Kupfers 4.000 Jahre später. Milos verdankt dem Obsidian seinen frühen Reichtum. Die Blütezeit der Insel endete mit der Entdeckung des Kupfers, dem Beginn der Bronzezeit.

In der darauf folgenden Zeit spielte Milos keine große Rolle mehr. Während der Perserkriege hielt es sich zurück und in die Schlacht von Salamis schickte es nur zwei Schiffe.

Während des Peloponnesischen Krieges versuchte Milos neutral zu bleiben und zog sich den Unmut der Athener zu. 416. v. Chr. landeten sie auf der Insel und zwangen Milos zur Kapitulation. Aber Athen hielt sich nicht an die Kapitulationsbedingungen. Kaum waren alle Männer entwaffnet, wurden sie von den Athenern erschlagen, Frauen und Kinder in die Sklaverei entführt. Fortan wurde die Insel von Athenern bewohnt.

Besucher der Insel kommen in der Hafenstadt Adamas an. Die Inselhauptstadt Plaka liegt auf einem Hügel in der Inselmitte.

 

Sehenswert

Unterhalb von Plaka (ca. 10 Minuten) gibt es zahlreiche Höhlen (Tripiti)

Etwa 5 Minuten westlich liegen die Reste der antiken Stadt, Katakomben aus dem 3. Jh. mit Grabstätten und Spuren von Fresken.

Im Norden der Insel findet man Reste der Siedlung Filakopi.

Kleftiko ist eine ehemalige Piratenbucht mit Steilküste, Grotten, vielen Klippen und der „Smaragdhöhle“.

 

Empfehlenswerte Strände

schöne Sandstrände gibt es östlich und westlich von Adamas

Paläochora im Südosten der Insel, 10 km von Adamas, vielleicht der interessanteste Strand von Milos, mit kleinen Steinen

Pollonia im Nordosten, hübsche Sandbucht mit Bäumen

Chicadolomni auf der Südseite der Ormos Milou Bucht

 

Außerdem im Norden:

Firopotamos, hübsche kleine Bucht mit Fischerhäusern

Mandrakia

Sarakiniko, mondähnliche, weiße Felsenküste mit schmaler Bucht

Agios Konstantinos

Papafragas, kleine Sandbucht, umgeben von Felsküste

Im Süden:

Agia Kiriaki, langer Sandstrand

Tzigrado

Firiplaka, Sandstrand mit farbigen Felsen

Provatas

Gerontas, schmaler, schwarzer Sandstrand mit Grotten

 

Verkehrsverbindungen

Auf Milos gibt es einen kleine Flughafen, 4 km südöstlich von Adamas, mit innergriechischen Verbindungen nach Athen.

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus, Sifnos, Serifos, Syros, Santorin und Ios.

 

 

Mykonos

 

Größe 86 km²          Höchster Berg Profitis Ilias (364 m)          Einwohner ca. 5.500          Inselhauptstadt Mykonos

Mykonos ist mit seinen vielen Windmühlen, von denen einige noch in Betrieb sind, seinen Taubentürmen und den schneeweißen kubischen Häusern eine der meistbesuchtesten griechischen Inseln mit internationaler Atmosphäre. Sie besteht überwiegend aus Granit und Gneis, ist felsig und nicht sehr fruchtbar, aber von großer landschaftlicher Schönheit.

Mykonos ist das griechische Sylt. Hier, im schönsten Kykladenstädtchen, wird vor der faszinierenden Kulisse (schneeweiße Häuser, enge Gassen und die berühmten Windmühlen) die Nacht teuer zum Tag gemacht. Nicht nur an den exzellenten, aber vollen Stränden ist erotisch alles erlaubt. Mykonos gilt als die tolerantestes Insel Griechenlands. Von vielen Griechen wird das Treiben hier sehr kritisch betrachtet. Die Insel ist Treffpunkt für Homosexuelle aus aller Welt, Nacktbaden wird überall geduldet. Verrückte Discos, exklusive Bars und Transvestitenshows garantieren ein ausgiebiges Nachtleben.

Die Inselhauptstadt Mykonos ist ein sehr malerischer Ort und im Sommer von Touristen aus aller Welt überflutet, die von Petros, dem Pelikan, empfangen werden. In Mykonos werden hübsche Webwaren und Stickereien sowie Modeschmuck angefertigt und verkauft.

In der griechischen Geschichte stand Mykonos stets im Schatten des in der Antike viel berühmteren Delos. Die Insel wurde um 1000 v. Chr. von den Ioniern besiedelt. In der Frankenzeit gehörte sie den Herzögen von Naxos und bildete später mit Tinos das Fürstentum der Familie Ghizzi.

 

Sehenswert

In Mykonos-Stadt ist die Marienkirche Panagia Paraportiani aus dem 17. Jh., westlich vom Hafen, dicht am Meer gelegen, einen Besuch wert.

Museum am Nordostrand von Mykonos.

Apo Mera, 6 km von Mykonos-Stadt, mit dem Kloster Panagia Tourliani. Das Kloster ist berühmt wegen des reliefverzierten Glockenturms aus dem 17. Jh., einem Marmorbrunnen im Hof und vor allem wegen des Klosterschatzes (Messgerät, Holzschnitzereien, Messgewänder und Stickereien).

Auf einer Hügelkette bei Apo Mera steht an der Stelle der antiken Siedlung Paläokastro die Ruine einer venezianischen Festung.

Ein interessantes Ausflugziel ist auch die nahe liegende Museumsinsel Delos (Überfahrt 30 Minuten).

 

Empfehlenswerte Strände

Die Strände von Mykonos sind überwiegend feinsandig, es gibt zahlreiche bezaubernde Buchten.

Platis Gialos an der Südküste (zu den Buchten Paradise, Super Paradise und Ialo fahren Boote)

Strand von Agios Stefanos und die Panorma-Bucht im Norden.

Kalafatis im Osten in ideal für Surfer

 

Verkehrsverbindungen

Auf Mykonos gibt es einen Flughafen, auf dem Chartermaschinen landen.

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus, Samos und Rhodos.

 

 

Naxos

 

Größe 428 km²         Höchster Berg Sas (1.004 m)         Einwohner ca. 15.000         Inselhauptstadt Naxos

Naxos ist die größte Insel der Kykladen. Kilometerlange Sandstrände, Felsküsten, die steil ins tiefblaue Meer abfallen, unwegsamen Berge und fruchtbare Täler, sprudelnde Quellen und rauschen Bäche. Trotz seiner landschaftlichen Schönheit sind die großen Touristenströme an Naxos bisher vorbeigegangen. Auf der Insel findet man noch immer Ruhe, Beschaulichkeit und einsame Strände.

Naxos war seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Im 1. Jahrtausend ließen sich die Ionier auf die Insel nieder. IhreBlütezeit erlebte sie im 7. u. 6. Jh. v. Chr., als sie Mittelpunkt des Ionischen Inselbundes war und zu einer beachtlichen Seemacht heranwuchs. In dieser Zeit entstanden auf Naxos Bildhauerschulen, die den berühmten naxischen Marmor verarbeiteten.

490v. Chr. wird Naxos von den Persern verwüstet, weil sich die Insel nicht unterwirft. Doch Naxos erholt sich rasch und tritt den beiden Attischen Seebünden bei.

In römischer Zeit verliert Naxos an Bedeutung.

Erst 1207, nach Gründung des Herzogtums Naxos durch den Venezianer Marso Sanudo erlebt Naxos einen neuen Höhepunkt.

1566 zerfällt das Herzogtum wieder.

1579 fällt Naxos an das Osmanische Reich.

Seit 1830 gehört Naxos zu Griechenland.

Naxos ist eine Marmorinsel, davon zeugen die in den antiken Steinbrüchen Apollonas und Melanes gefundenen unvollendeten archaischen Kouros-Statuen. Bei Sangri befindet sich ein kleines Ausgrabungsgelände. Der hier ausgegrabene Tempel von 13 m Länge war ganz aus Marmor gebaut: Wände, Säulen, Dachziegel und sogar das Dachgebälk.

Naxos, Inselhauptstadt und wichtigster Hafen, erhebt sich an der Stelle der antiken Hauptstadt. Vom Hafen aus ziehen sich die Häuser im Halbkreis den Hang hinauf bis zu den Resten eines fränkischen Kastells. Überall im Ort trifft man noch auf Spuren der venezianischen Vergangenheit der Insel.

 

Sehenswert

In Naxos-Stadt stehen die Reste eines fränkischen Kastells (1260) von Herrenhäusern venezianischer Edelleute umgeben.

Auf der Halbinsel am Hafen der Stadt Naxos steht eine 6 m hohe Tempeltür (um 530 v. Chr.), Rest eines nie fertig gestellten Dionysos- oder Apollontempels.

Die Zeus-Grotte am Abhang des Sas ist von Friloti aus zu erreichen, 19 km von Naxos-Stadt.

Apollonas und Melanes sind verlassene Marmorsteinbrüche, in ihnen findet man jeweils eine unvollendete, riesige Kouros-Statue.

Kirche Panagia Drossiani aus dem 6. Jh. bei Moni.

Das Bergdorf Apirathos ist wegen seiner Wohntürme und den urtümlichen Gebräuchen einen Besuch wert.

Klöster Moni Faneromenis und Panagia Ipsilotera

 

Empfehlenswerte Strände

Während die Küste im Südens steil ist, findet man im Westen viele windgeschützte Sandbuchten. Sehr schön sind: Agios Prokopis, Mikri Vigla, Kastraki, Aliko, Agiasso, Apollonas, Psili Ammos, Panormos und Pachia Ammos.

 

Verkehrsverbindungen

Auf Naxos gibt es einen Flughafen mit täglichen Verbindungen nach Athen.

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus, Rafina, Mykonos, Andros, Ios und Santorin.

 

 

Paros

 

Größe 194 km²          Höchster Berg Profitis Ilias (771 m)          Einwohner ca. 8.500          Inselhauptstadt Parikia

Paros ist eine der schönsten und die drittgrößte der Kykladeninseln. Der Tourismus zentriert sich auf Paros nicht nur auf einen Ort. Parikia, Inselhauptstadt und Fährhafen, die Hafenstadt Naoussa und zahlreiche andere hübsche Dörfer lohnen einen Besuch. In einem Gewirr schmaler Gassen spaziert man vorbei an weißgetünchten Häusern und kleinen Kirchen mit leuchtend blauen Kuppeln. Der Duft von Jasmin, Basilikum und Geißblatt ist allgegenwärtig. Seit der Antike wird auf der Insel der berühmte, blendendweiße, fast durchsichtige Marmor abgebaut.

Auf Paros kommen viele auf ihre Kosten: Sandstrandfans, Nachtschwärmer, Griechenland-Nostalgiker und Kulturinteressierte.

Die Inselhauptstadt Parikia ist ein Kykladenstädtchen par excellence mit Bars und Diskotheken en masse. Sie liegt an der buchtenreichen Westküste auf den Ruinen der antiken Stadt. Im Sommer ist die Stadt mit Touristen gefüllt. Besonders Rucksacktouristen aus aller Welt treffen sich hier. Auch in Naoussa, dem Hafenort an der Nordküste, gibt es zahlreiche Tavernen und Cafés, die im Sommer nie leer stehen.

Siedlungsspuren weisen auf Paros menschliches Leben bis in das 3. Jahrtausend v. Chr. nach. Schon damals bestanden Handelsbeziehungen mit Kreta und Mykene. Ionier, die sich hier im 1. Jahrtausend v. Chr. festsetzten, gründeten um 680 v. Chr. eine parische Kolonie auf Thasos. Dort gab es große Goldvorkommen, die Paros zugute kamen. Dies war der Beginn von Paros Blütezeit.

Um 600 v. Chr. beginnt Paros mit der Prägung eigener Münzen.

490 v. Chr. unterwirft Paros sich der Übermacht der Perser.

489 v. Chr. wird Paros erfolglos von Miltiades belagert.

477 v. Chr. schließt Paros sich dem Attisch-Delischen Seebund an. Die Insel zahlt den höchsten Beitrag von allen Verbündeten.

376 v. Chr. tritt Paros dem 2. Attischen Seebund bei und gehört ab 338 v. Chr. nach der Schlacht von Chäronia zum Panhellenischen Bund, der unter makedonischer Schutzherrschaft steht.

197 v. Chr. löst sich die Insel von Makedonien und kommt unter römische Herrschaft.

1207 – 1385 gehört Paros zum Herzogtum Naxos, erblüht erneut und behält unter fränkischer und venezianischer Herrschaft ihre Bedeutung.

1537 – 1830 steht Paros unter türkischer Herrschaft. Paros nimmt am griechischen Befreiungskampf teil und gehört ab 1830 zu Griechenland.

 

Sehenswert

In Pariklia ist die Kirche Ekatontapiliani (die „Hunderttorige“) sehenswert. Sie entstand aus drei Teilen: der Kapelle Agios Nikolaos aus dem 4. Jh., der Kreuzkuppelkirche aus dem 6. Jh. und dem Baptisterium aus dem 7. Jh. Am 15. August (Mariä Himmefahrt) findet hier jedes Jahr ein großes Fest statt.

Südlich von Parikia liegt das Schmetterlingstal Petaloudes, dort kann man im Sommer Tausende von Schmetterlingen beobachten.

Abenteuerlustige können in die finsteren, engen Marmorstollen von Marathi hinabsteigen, wo im Mittelalter Heerscharen von Arbeitern den Rohstoff für Bauwerke der Antike brachen. Eine Taschenlampe ist empfehlenswert, in den Stollen ist es stockfinster.

Lefkes am Fuß des Profitis Ilias, ein ruhiges beschauliches Bergdorf mit vielen engen Gassen.

Malerische Kapellen und Klöster sind: Zoodochou Pigis, Longovardes, Christou tou Dassous.

Marpissa ist ein Dorf mit einer venezianischen Burg und schönen Kirchen.

 

Empfehlenswerte Strände

Bei Naoussa gibt es die schönsten Strände der Insel:

Kolimvythres, Monastiri, Santa Maria.

Bei Paros, auf der anderen Seite der Bucht (Motorbootverbindung vom Hafen) und rechts vom Hafen: Argo und Livado.

Der „Goldene Strand“ unterhalb des Dorfes Dryos ist ein ideales Revier für Surfer.

 

Verkehrsverbindungen

Auf Paros gibt es einen Flughafen mit innergriechischen Verbindungen nach Athen.

Eine Fährverbindung versteht u.a. nach Piräus, Rafina (Festland), Naxos, Ios, Mykonos, Tinos, Santorin, Kreta und Rhodos.

 

 

Santorin

 

Größe 70 km²          Höchster Berg Profitis Ilias (566 m)          Einwohner ca. 9.500          Inselhauptstadt Thira

Santorin ist landschaftlich einzigartig auf der Welt. Tief beeindruckend ist schon der erste Eindruck von der Insel, wenn aus dem tiefblauen Meer die 300 m hohen Kraterwände aufsteigen. Hoch oben klammern sich schneeweiße Häuserwürfel an die brandroten Kämme des Kraterrandes. Die Insel ist Teil eines vor 3.500 Jahren explodierten Vulkans, in dessen Caldera das Meer einbrach. Diesen kesselartigen, nach innen steil abfallenden Krater säumen die weißen Häuser vieler Dörfer. Weingärten und Tomatenfelder bedecken die äußeren, sanft zu Lavastränden abfallenden Hänge. Diese Schönheit zieht natürlich Touristenmassen an und hat Santorin zur teuersten Insel Griechenlands gemacht.

Thira, die malerische Inselhauptstadt liegt hoch auf dem Kamm einer steil aus dem Meer aufsteigenden Klippe. Die Stadt ist von der kleinen Reede Skala, wo die Schiffe anlegen, auf einem steilen und beschwerlichen Treppenweg (30 Minuten) oder auf Maultieren zu erreichen. Es gibt auch eine kleine Seilbahn. Manche Schiffe legen im neuen Hafen Athirion an. Von dort führt eine Straße nach Pirgos. 1956 verwüstete ein Erdbeben große Teile von Thira, sie wurde soweit wie möglich im alten Stil wieder aufgebaut.

Die Ausgrabungen der minoischen Stadt Akrotiri auf Santorin sind ebenso beeindruckend wie Knossos und die Akropolis.

Nirgendwo wohnt man origineller als in den Höhlenappartements im Kraterhang. Auf der Insel gibt es so gut wie keine Straßen, sondern Pfade und Treppen. Wichtigstes Verkehrsmittel sind die eigenen Füße und Maultiere.

Santorin, abgeleitet vom Namen der Schutzheiligen Sankt Irene, bildet zusammen mit Thirasia und dem unbewohnten Aspronisi (die Weiße) den Rest eines Kraterrandes. Das Becken zwischen den Inseln ist der ehemalige Vulkankrater. Er sank bei einem mächtigen Vulkanausbruch (etwa 1600 v. Chr.) bis auf 390 m unter den Meeresspiegel ab. Flutwellen, die Auswirkungen dieses verheerenden Ausbruchs, erreichten sogar Kreta. Viele sind deshalb der Ansicht, dass Santorin das untergegangene Atlantis ist.

In der Mitte des Beckens erheben sich bizarr und trostlos die Inseln Kaimeni (die Verbrannten). Sie stiegen durch unterseeische Vulkantätigkeit aus dem Meer empor. 197 v. Chr. Paläa Kaimeni, um 1570 Mikra Kaimeni und 1707-1711 Nea Kaimeni. Letztere verband sich 1866 mit zwei weiteren Inseln und wuchs bei dem Vulkanausbruch 1925/26 mit Mikra Kaimeni zusammen.

Spuren menschlicher Besiedelungen lassen sich bis zur Kykladenkultur (3. Jahrtausend v. Chr.) zurückverfolgen. Die Bewohner der damals Strongyle (die Runde) genannten Insel trieben Handel bis nach Kreta. Der Ausbruch des Vulkans, dessen Flutwelle vielleicht auch die Bauten der dortigen minoischen Kultur vernichtete, ließ die Niederlassungen auf Santorin unter einer Bimssteinsdecke verschwinden.

Um 900 v. Chr. besiedeln Dorier die Insel, die von hier aus um 630 v. Chr. die Kolonie Kyrene in der Cyrenaika (Nordafrika) gründen.

Felsinschriften zeigen, dass sich auf Santorin ein eigenes Alphabet entwickelte, das dem von Sparta ähnelte. Santorin unterhielt politische Beziehungen zu Sparta.

Seit 430 v. Chr. gehört Santorin den beiden Attischen Seebünden an.

Um 215 – 146 v. Chr. wird auf Santorin eine ptolemäische Garnison eingerichtet. Die Insel ist unter den Ptolemäern Flottenstützpunkt im Kampf gegen Mazedonien.

1207 kommt Santorin unter venezianische Herrschaft.

1336 fällt die Insel an das Herzogtum Naxos.

1537 kommt Santorin zusammen mit Paros unter türkische Herrschaft.

Seit 1830 gehört die Insel zu Griechenland.

 

Sehenswert

Archäologisches Museum im Nordviertel von Thira.

Motorbootausflug zu den Inseln Kaimeni (von Skala aus).

Ruinen des antiken Thira im Südosten der Insel.

Ausgrabungsstätte Akrotirion im Südwesten des Inselbogens. Hier fand man die Ruinen einer minoischen Stadt, mit den im griechischen Raum ersten Darstellungen von spielenden Kindern sowie zum erstenmal ein ausgemaltes Zimmer (2,235 x 2,6 m) der kretisch-mykenischen Epoche im unversehrten Zustand.

Imerovigli an der höchsten Stelle des Kraterrandes ist ein ehemaliger Piraten-Warnposten und ermöglicht die Sicht auf die gesamte Küstenlinie. In der Nähe liegt der berühmte Skarosfelsen mit seiner strahlend weißen Kapelle.

 

Empfehlenswerte Strände

Gute Strände finden sich meist an der Ostküste.

Monolithos, 5,5 km von Thira

Perissa, 13 km von Thira

Kamari, 10 km von Thira

 

Verkehrsverbindungen

Auf Santorin gibt es einen Flughafen (Ostküste), den Chartermaschinen anfliegen. Von dort bestehen innergriechische Verbindungen nach Athen, Rhodos, Mykonos und Kreta.

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus, Naxos, Paros, Mykonos, Rhodos und Kreta.

 

 

Schinoussa

 

Größe 10 km          Höhe 120 m          Einwohner ca. 120

Schinoussa gehört zu den „Kleinen Ost-Kykladen“. Diese karg und kahl aus dem Meer aufsteigenden, Wind gepeitschten Felsen bieten Erholung ohne viel Komfort, aber mit der Perspektive, der Zivilisation für ein paar Wochen zu entrinnen.

Die Insel ist landwirtschaftlich geprägt, mit dem malerischen Hafen Messaria und kleineren Ansiedlungen. Es gibt viele Sandstrände, zum Teil sogar mit kleinen Dünen, die man zu Fuß oder im Minibus erreicht.

 

Sehenswert

Auf Schinoussa wurden mittelalterliche Festungsanlagen freigelegt.

 

 

Serifos

 

Größe 73 km²          Höhe 586 m          Einwohner ca. 1.000          Inselhauptstadt Serifos

Serifos präsentiert sich als runder hochaufragender Felsen im tiefblauen Meer mit typischen Kykladendörfern. Das Urlaubstreiben (viele Athener verbringen ihre Ferien und verlängerte Wochenenden hier) spielt sich im Hafenort Livadia und an seinen Stränden ab. Hier legen auch die Schiffe an. Treppen und steile Wege führen hinauf zur Inselhauptstadt Serifos (auch Chora) mit den Ruinen einer venezianischen Festung.

Seit der Antike gibt es auf Serifos bekannte Eisengruben. Dir Römer nutzten die Insel als Verbannungsort. Auch die griechische Mythologie ist auf Serifos zu Hause. Sie gilt als Geburtsort von Danae und ihrem Sohn Perseus.

 

Sehenswert

Beim Dorf Galani steht die Klosterburg Moni Taxiarhon (16. Jh.). Mit ihrer festungsähnlichen Anlage, schönen Wandfresken und der wertvollen Bibliothek mit Handschriften und alten Drucken ist sie einen Besuch wert.

In Panagia steht die älteste Kirche der Insel (10. Jh.). Von hier hat man einen weiten Blick über die ganze Insel.

 

Empfehlenswerte Strände

Serifos hat zahlreiche schöne Küstenstreifen, ideal zum Baden und Fischen.

 

Verkehrsverbindungen

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus und Milos.

 

 

Sifnos

 

Größe 73 km²          Höchster Berg Profitis Ilias (680 m)          Einwohner ca. 2.000          Inselhauptstadt Apollonia

Blendendweiße Kapellen auf Bergkuppen, dicht aneinandergedrängte Dörfer mit engen Gassen im Inselinneren, Sifnos ist eine sehr schöne Insel und besonders an der Ostküste wesentlich grüner als ihre Nachbarn. In den letzten Jahren hat die ehemalige Töpferinsel einen touristischen Aufschwung erlebt. Linienbusse transportieren die vielen, meist individuell angereisten Touristen von Ort zu Ort.

In der Antike war Sifnos wegen seiner ergiebigen Blei- und Silbererzgruben berühmt. Das und der Abbau des wertvollen „Sifnos-Steins“ machten die Insel reich. Das schönste Denkmal des ehemaligen Reichtums der Insel ist ihr berühmtes Schatzhaus in Delphi, das dem Apoll geweiht war. Heute exportiert die Inseln hauptsächlich Kapern und Zwiebeln sowie die Erzeugnisse seiner Töpfer.

 

Sehenswert

Die mittelalterlich Hauptstadt Kastro am Fuß der Ruine einer mittelalterlichen Festung.

Im Dorf Exambeia liegt das Kloster Panagia tis Vrisis.

 

Empfehlenswerte Strände

Hafen Kamaras an der Westküste

Platigialosbucht im Süden der Insel mit einem weiten Strand inmitten von Olivenhainen.

Strand in der Nähe des Dorfes Faros.

 

Verkehrsverbindungen

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus, Milos, Ios, Santorin, Paros und Serifos.

 

 

Sikinos

 

Größe 41 km²          Höchster Berg Troulos (553 m)          Einwohner ca. 300          Inselhauptstadt Sikinos

Sikinos ist eine abgelegene typische Kykladeninsel, gut geeignet für einen ruhigen Erholungsurlaub. Die einzige Inselstraße verbindet die Inselhauptstadt Sikinos (auch Chora) mit dem Hafen Alopronia. Unterkünfte gibt es nur in Sikinos-Stadt in Form von Privatzimmern.

 

Sehenswert

Das Zoodochou-Pigis-Kloster über Chora, das von weitem wie eine uneinnehmbare Festung wirkt.

 

Verkehrsverbindung

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus.

 

 

Syros

 

Größe 84 km²          Höhe 442 m          Einwohner ca. 20.000         Inselhauptstadt Ermoupolis

 

Die Kykladenverwaltung, eine Großwerft und Kleinindustrie machen Syros vom Tourismus unabhängig. Dies ist keine „romantische“ Kykladeninsel, dafür kann man unverfälschtes Kleinstadtleben kennen lernen. Syros ist durch die Handelsschifffahrt die reichste und am dichtesten bevölkerte Insel der Kykladen. Trotz des eher kargen Bodens werden besonders im Süden der Insel erfolgreich Wein, Obst, Gemüse und Oliven angebaut.

Syros war schon zur Zeit der kykladischen Kulturepoche besiedelt, trat aber in der Antike nie sonderlich in Erscheinung.

1207 fiel die Insel an die Venezianer und kurz darauf an das Herzogtum Naxos, zu dem es bis 1566 gehörte. In dieser Zeit traten viele Bewohner zur römisch-katholischen Kirche über, der auch heute noch viele angehören.

Im Befreiungskrieg gegen die Türken blieb Syros neutral und zog damit die von den kleinasiatischen Inseln geflüchteten Griechen an, die hier den Hafen Ermoupolis (Stadt des Hermes) gründeten. Er war bis 1870, bevor Piräus sich zu einem Welthafen entwickelte, der wichtigste und größte des Landes.

Ermoupolis ist die Hauptstadt der Insel, Verwaltungszentrum der Kykladen und wegen der zentralen Lage und Größe seines Hafens Mittelpunkt des ägäischen Seeverkehrs. Wenn man mit der Fähre den Hafen von Ermoupolis anläuft, bietet sich ein traumhafter Blick auf die Stadt. Ihre Häuser ziehen sich an zwei Hügeln hinauf, auf deren Kuppen die Katholische Bischofskirche und die orthodoxe Kathedrale stehen.

Syros ist bekannt für seinen ausgezeichneten Lukumia (türk. Honig) und sein Nougat.

 

Sehenswert

Ermoupolis:

Das klassizistische Rathaus am marmorgepflasterten Miaouli-Platz.

Die Kirche Agios Nikolaos ist eine der größte des Landes.

Ein Spaziergang durch winzigen, malerischen Gassen des Katholischen Viertels Apo Syros lohnt sich. Es wurde im Mittelalter auf der weiter im Inselinneren gelegenen Hügelkuppe erbaut.

Reste einer Stadt der kykladischen Kulturepoche findet man im Norden der Insel.

In der Grammatabucht, ebenfalls im Norden der Insel, findet man Inschriftentafeln eines Poseidonheiligtums.

 

Empfehlenswerte Strände

Posidonia (auch „Della Grazia“ genannt), 15 km südlich von Ermoupolis, ist ein weiter Sandstrand, der wegene seiner Vegetation besonders chön ist.

Finikas, 17 km südlich von Ermoupolis, ist ein kleiner geschützter Sandstrand.

Varis, 6 km östlich von Ermoupolis

Megas Gialos, 11 km östlich von Ermoupolis

Kini, Westküste, Kiselstrand

Galissas, besonders schöner Strand an der Westküste

 

Verkehrsverbindungen

Auf Syros gibt es einen Flughafen (südlich von Ermoupolis) mit innergriechischen Verbindungen nach Athen.

Fährverbindungen bestehen zum Festland nach Piräus und Rafina sowie nach Mykonos, Tinos, Paros, Naxos, Ios, Santorin und Milos.

 

 

Tinos

 

Größe 194 km²          Höchster Berg Tsiknias (713 m)           Einwohner ca. 8.000          Inselhauptstadt Tinos

Tinos ist durch eine nur 1,2 Kilometer breite Meerenge vom benachbarten Andros getrennt. Inselhauptstadt und Hafen liegen im Süden. Hier seht die große Wallfahrtskirche Panagia Evangelista, die nach dem Fund einer wundertätigen Ikone 1822 hier errichtet wurde. Tinos wird auch „die heilige Insel der Ägäis“ oder „das griechische Lourdes“ genannt.

1822 will die Nonne Pelagia einen Traum gehabt haben, in dem ihr die Muttergottes einen Platz zeigte, an dem ihr Bild vergraben sei. AM 30. Januar 1823 fand man am beschriebenen Platz eine Marienikone und errichtete die große Klosterkirche Panagia Evangelista. Im Unterbau sind Fundstelle, Brunnen mit heiligem Wasser, zwei Taufbecken, Devotionalien und in der Hauptkirche die wundertätige Ikone, die berühmteste des Landes, zu sehen.

An den Feiertagen der Muttergottes, am 25. März und am 15. August, kommen auf der Insel Tausende von Gläubigen zusammen. Die Gläubigen haben der Insel zu einem gewissen Wohlstand verholfen. Ausländische Touristen sind hier in der Minderheit.

Im Nordwesten der Insel befinden sich die Marmordörfer, u.a. Kardiani und Pyrgos. Besonders Pyrgos, sehr malerisch mit seinen weißen Häusern in den grünen Marmorberge gelegen, hat eine lange Tradition in der Marmorverarbeitung. Mehrere bedeutende Steinmetze sind hier ansässig.

Die Insel ist ideal für Wanderungen zu Bergdörfern mit marmorgepflasterten Treppengassen und urwüchsigen Kafenia, zu kaum besuchten Stränden und unzähligen Taubenhäusern auf terrassenförmig angelegten Feldern. Der Tsiknias, der höchste Berg der Insel, war in der Antike als Sitz des Windgottes Äolos bekannt.

Seit Anfang des 3. Jh. v. Chr. ist Tinos religiöser Mittelpunkt der Kykladen. 1207 übernehmen die Venezianer die Herrschaft. 1715 erobern die Türken die Insel und seit 1830 gehört Tinos zu Griechenland.

Durch die lange Zugehörigkeit zu Venedig ist auf Tinos der Katholizismus noch spürbar. In Loutra ist eine bekannte Mädchenschule der Ursulinerinnen und Xinara ist Sitz des katholischen Bischofs.

 

Sehenswert

Im Archäologischen Museum in der Inselhauptstadt an der Prozessionsstraße befinden sich eine Sammlung großer Vasen mit Reliefdarstellungen und Funde aus dem Poseidonheiligtum.

4 Kilometer westlich von Tinos-Stadt liegt bei Kionia ein Heiligtum des Poseidon und der Amphitrite vermutlich aus dem 3. Jh. v. Chr. Von den Säulen ist kaum etwas übrig geblieben, aber man sieht die Grundmauern eines großen Altars, eines Tempels für das Götterpaar, von Säulenhallen und von einem große Wasserreservoir mit dem Rest eines marmornen Brunnenhauses.

Exoburgo im Inselinneren war die mittelalterliche Hauptstadt der Insel. Hier steht die Ruine eines venezianischen Kastells. Die Venezianer haben die Insel bis 1715 gegen die Türken gehalten.

Das Nonnenkloster Kahrovouni aus dem 12. Jahrhundert erinnert in seiner Anlage an ein mittelalterliches Dorf.

Die Mondlandschaft Volax mit den seltsam geformten Felsbrocken gilt als einmalig auf der Welt.

Einen Besuch wert sind die vom Tourismus noch nahezu unberührten Dörfer im Landesinneren, z.B. Falatos, Steni oder Pyrgos.

 

Empfehlenswerte Strände

Agios Phokas bei Tinos-Stadt

Kionia

Porto

Panormou-Bucht

Kolymvihra

 

Verkehrsverbindungen

Fährverbindungen bestehen u.a. nach Piräus, Andros, Syros und Mykonos.