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Kreta

 Größe 8.335 km²   

Höchster Berg Timios Stavros  (2.456 m)         

Einwohner ca. 500.000

Inselhauptstadt Heraklion       (griech. Iraklion)

Kreta ist die größte Insel Griechenlands und die fünftgrößte im Mittelmeer. Sie liegt etwa 250 km südlich von Piräus und 300 km nördlich von Libyen. Sie ist ungefähr 260 km lang und zwischen 60 und 12 km breit mit einer Küstenlinie von etwa 1.050 km Länge.

Kreta ist eine sehr bergige Insel. Nicht weniger als drei große Bergmassive durchziehen sie: die Weißen Berge (Lefka Ori), die Berge von Lasithion (Lasithiotika Vuna) und die Sitia-Berge (Ori Sitia).

Hier auf Kreta stand die Wiege Europas. Die minoische Kultur, bekannt durch den sagenhaften König Minos, war die erste Hochkultur des Abendlandes.

 

Allein durch die Größte unterschiedet sich Kreta gewaltig von den anderen griechischen Inseln. Früher wurde die Insel von den Menschen in der Ägäis sogar als Kontinent bezeichnet. Entstanden ist Kreta durch tektonische Bewegungen, die die Insel über den Wasserspiegel empor hoben. Bei Ierapetra und in der Messara finden sich Schwemmlandgebiete mit Meeresablagerungen, die das beweisen. Kretas Klima ist auf der Nordseite mediterran und an der Südküste subtropisch.

Die Haupterzeugnisse der Insel sind Wein, Olivenöl, Rosinen, frische Trauben, Orangen und in den letzten Jahren auch Gurken und Tomaten. Einen besonderen Platz nimmt das Olivenöl in der kretischen Landwirtschaft ein. Schon seit 4.000 Jahren wird der Ölbaum kultiviert, 20 bis 30 Liter Olivenöl verbraucht jeder Kreter pro Jahr selbst. Schon die Kleinsten bekommen mit Olivenöl getränktes Weißbrot zu essen, denn Milch ist auf der Insel Mangelware. Die positiven Auswirkungen des Olivenöls auf den menschlichen Körper sind wissenschaftlich erwiesen und so ist ein 100-jähriger Geburtstag auf Kreta keine Seltenheit. Übrigens gilt das kretische Olivenöl als das beste der Welt.

Mit 1.500 verschiedenen Pflanzenarten ist Kreta außerdem ein Paradies für Botaniker. Etwa 3.000 Höhen und Grotten locken als Forschungsziel die Geologen und auch jeder Geschichtsinteressierte wird auf hier auf seine Kosten kommen.

 

In der griechischen Mythologie spielt Kreta eine große Rolle. Der Göttervater Zeus soll in einer Höhle des Dikti-Gebirges zur Welt gekommen sein und wurde in einer Höhle des Ida vor seinem Vater Kronos verborgen gehalten. Hier wurde er von der Ziege Amalthea aufgezogen.

Der sagenhafte erste König Kretas, Minos, galt als Sohn des Zeus und der von ihm entführten phönizischen Königstochter Europa. Zeus hatte sie als Stier verwandelt über das Meer nach Kreta gebracht.

Ein ganzer Sagenkreis entstand um die Gestalt des Minotaurus, eines Ungeheuers, halb Stier, halb Mensch. Poseidon, der sich von Minos betrogen fühlte, beschloss ihn zu bestrafen. Er schickte einen weißen Stier, in den sich Minos Frau Pasiphae unsterblich verliebte. Die Frucht dieser Liebe war der Minotaurus. Im von Dädalus, dem sagenhaften Baumeister, erbauten Labyrinth mussten ihm alle drei Jahre sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge aus dem tributpflichtigen Athen als Opfer dargebracht werden. Der Königssohn Theseus landete mit den Opfern auf der Insel, um den Minotaurus zu töten. Mit Hilfe von Ariadne, der Tochter von König Minos, die ihm eine Rolle Garn gab, fand er nach seinem Sieg über den Minotaurus wieder aus dem Labyrinth und floh mit ihr nach Athen.

Die griechische Mythologie erzählt auch von dem kretischen Schutzgott der Handwerker. Talos wird in vielen heiligen Hymnen und volkstümlichen Gedichten in Kleinasien und Syrien genannt.

Eine der Geschichten über Talos erzählt, dass er ein riesiger Sklave aus Bronze gewesen sei, geschaffen von Hepaistos, um für König Minos Kreta zu bewachen. Dieser Riese war unverwundbar, er hatte nur wie Achilles eine schwache Stelle an der Ferse. Einer der Argonauten entdeckte mit Hilfe der Zauberin Medea diese Stelle und stach mit einer spitzen Klinge hinein. Da strömte das ganze Blut aus Talos Körper und machte ihn wehrlos. Diese Geschichte ist eine Allegorie auf den Bronzeguss. Das Blut ist das flüssige Metall, die aufgestochene Ader ist die untere Öffnung beim Guss nach dem Wachsausschmelzverfahren. Die Griechen rühmten sich dieser Erfindung im 6. Jh. von Chr., ohne zu wissen, dass sie 1.100 Jahre zuvor schon von den kretischen Handwerkern angewendet wurde. Die in Phaistos gefundene Hand einer Bronzestatue mit der dazugehörigen Tonform beweist das.

 

Zwischen 3000 und 1500 v. Chr. war Kreta die größte politische, wirtschaftliche, militärische und kulturelle Macht der Ägäis, vielleicht sogar des gesamten Mittelmeerraums. Kenntnis über dieses glorreiche Zeitalter haben wir durch die Ausgrabungen des englischen Archäologen Sir Arthur Evans. Ihm gelang es durch seine Funde, die minoische Kultur in mehrere Abschnitte zu unterteilen.

Die Zeit der älteren Paläste begann mit dem 2. Jahrtausend v. Chr. und endete um 1700 v. Chr. anscheinend mit einem Erdbeben und einer anschließenden Plünderung.

Die Zeit der mittleren Paläste begann mit dem Wiederaufbau nach der Katastrophe und endete ebenfalls mit Erdbeben und Plünderungen um 1600 v. Chr.

Die Zeit der späten Paläste, in der die Anlagen der Paläste von Knossos, Malia, Phaistos und Kato Zakros entstanden sind, brachte wieder eine Zeit höchster kultureller Blüte. Wahrscheinlich beendete der Vulkanausbruch auf der Insel Santorin diese Periode.

Danach wurde 1450 v. Chr. nur der Palast von Knossos wieder aufgebaut, der sich aber nun in der Hand der Mykener vom griechischen Festland befand.

Dieser Palast ist es wahrscheinlich, in dem der Mythos um König Minos weiterlebt. Sein eigenartiger Grundriss, den man in den Ruinen noch lange Zeit erkennen konnte, dürfte die Vorstellung vom Labyrinth des Minotaurus geprägt haben.

 

Kreta war in vieler Hinsicht ein gesegnetes Land. Es mangelte nicht an Rohstoffen für die vielen verschiedenen Zweige des Handwerks, die sich hier hervorragend entwickelten.

Aber die Geschichte Kretas ist auch eine Geschichte andauernder Kriege zwischen den einzelnen Städten der Insel. Laut Homer gab es etwa 90 Städte auf der Insel. Darin lebten insgesamt weniger als 200.000 Menschen. Das sind nicht mehr 20 pro km² aber zum Streiten offenbar immer noch genug. Fischerdörfer gibt es auf Kreta kaum. Auf der vielumkämpften Insel mieden die Menschen die Küsten und zogen sich in das Landesinnere zurück.

Fremde Herren gab es viele auf der Insel, am längsten blieben die Venezianer und die Türken. In jahrzehntelangen Freiheitskämpfen trotzten die Bewohner der Insel jeder Fremdherrschaft. Die Menschen auf Kreta, eine Mischung aus Bergvolk und Seefahrern, sind selbstbewusst und gastfreundlich. In den großen Tourismuszentren wird schon lange international gelebt, in den kleinen Dörfern an der Südküste trifft man gelegentlich noch auf neugieriges und verwundertes Staunen.

 

Charterflugzeuge landen auf den Flughäfen Iraklion und Chania. Innergriechische Flüge gibt es von Chania nach Athen und von Iraklion nach Athen, Rhodos, Santorin und Thessaloniki.

Fährverbindungen bestehen von den Häfen Chania, Rethymnon und Iraklion u.a. nach Piräus, Santorin, Rhodos und Kalamata (Peloponnes).

 

Klimatabelle (Nord-Kreta)

 

Tages-

temperaturen

Wasser-

temperaturen

Sonnenschein-

 dauer

Regentage

 

April

19°

18°

7

6

Mai

25°

20°

10

2

Juni

28°

23°

11

1

Juli

31°

25°

13

0

August

32°

26°

12

1

September

28°

25°

10

1

Oktober

25°

23°

8

4

November

20°

21°

7

4

 

Heute ist Kreta in vier Verwaltungsbezirke unterteilt.

 

 

Chania          Rethymnon          Iraklion         Lasithion

 

 

 

 

Chania

 

Der Verwaltungsbezirk Chania liegt im Westen Kretas. Die Landschaft wird von den Weißen Bergen, den Lefka Ori, geprägt. Ihr Höchster Gipfel, der Pachnes, ist mit 2.453 m Höhe nur 3 m niedriger als der Timios Stavros im Ida-Gebirge. Die Weißen Berge laufen nach Westen relativ sanft aus und erreichen hier nur noch Höhen um 1.000 m. Im Süden der Insel fallen die Berge steil ins Libysche Meer ab. Der Westen Kretas ist durch häufigere Regenfälle grüner als der Rest der Insel.

Im Süden des Bezirks Chania leben nur sehr wenige Menschen, denn Platz zum Siedeln und natürliche Häfen gibt es kaum. Die einzigen größeren Orte an der felsigen Südküste sind Paleochora und Chora Sfakon, die jeweils in einer kleinen Küstenebene liegen. Hier gibt es außerdem nur noch wenige winzige Dörfer. Sie waren bis vor kurzem nur zu Fuß oder über das Meer erreichbar, heute sind sie zunehmend Ziel von Individualreisenden.

Im Norden des Bezirks Chania ermöglichte die Küstenebene die Entstehung von zahlreichen Dörfern und den drei Städten Chania, Kastelli Kissamos und Souda. Drei Halbinseln ragen hier weit ins Meer hinaus. Fruchtbar und unbewohnt ist nur die östlichste von ihnen, die Akrotiri bei Chania. Die beiden anderen Rodopou und Gramvoussa sind gebirgig und nahezu menschenleer.

Wegen seiner strategischen Lage wurde auf der Insel Gramvoussa, nordwestlich vor der gleichnamigen Halbinsel, 1579 mit dem Bau einer Festung begonnen. Während des Aufstands gegen die Türken spielten Insel und Festung eine wichtige Rolle. Als die Kreter 1825 die Festung endlich in ihren Besitz gebracht hatten, wurde Gramvoussa zum Zufluchtsort für über 3.000 Menschen und die Basis des kretischen Widerstands. Die günstige Lage förderte aber auch die Entstehung einer Piratenhochburg, die jedes Schiff ausraubte, dass vorüberfuhr.

Touristische Zentren sind die Regionen zwischen Chania und Maleme sowie um Georgioupoli herum. An der ost- und Südküste halten sich überwiegend Individualreisende auf.

 

Chania ist die zweitgrößte Stadt Kretas. Früher hieß die Stadt Kydonia, die Venezianer nannten sie La Canea. In der sehenswerten Altstadt sind viele venezianische und türkische Häuser liebevoll restauriert worden. Hier findet man zahlreiche kleine Hotels mit beinahe venezianischem Charakter. Chanias Hafen mit der Festung Firkas und einem venezianischen Leuchtturm ist für moderne Schiffe zu flach. Sie müssen in Souda anlegen. Chania ist ein Ort mit viel Atmosphäre, großem Kultur- und Unterhaltungsangebot.

 

Sehenswert (u.a.)

Chania:

- Die Markthalle in Chania wurde nach dem Vorbild der Hallen von Marseille 1913 erbaut.

- Von der Schiavo-Bastion hat man einen weiten Blick über Stadt und Umland.

- Im schönsten Stadtpark Kretas werden kretische Wildziegen gehalten.

 

Über der Souda-Bucht, östlich von Chania, liegt auf einem 200 m hohen Bergplateau das antike Aptera. Die Stadt wurde vermutlich von den Mykenern im 7. Jh. v. Chr. gegründet, von den Dorern ausgebaut und dann von den Römern übernommen, die hier ein Machtzentrum aufbauten. Die bisherigen Ausgrabungen zeigen nur einen Bruchteil der ehemaligen Stadt: Reste der Stadtmauern, römische Zisternen, einen Demeter-Tempel und ein großes römisches Schloss.

Im Norden der Halbinsel Akrotiri liegt das Kloster Gouvemetou an einer eindruckvollen Schlucht. Am Ende eines schmalen Pfades findet man die Arkoudiofiss-Höhle mit einer Kapelle, die der Mutter Gottes gewidmet wurde. In der Höhle gibt es einen schwarzen Stalagmiten, der einem Bären gleicht. Die Mutter Gottes soll ihn zur Strafe versteinert haben, weil er das Wasser der Mönche trank. Archäologische Ausgrabungen haben gezeigt, dass in der Höhle im Altertum die Göttin Artemis in Gestalt einer Bärin verehrt wurde.

An der schmalsten Stelle der Schlucht führt eine Brücke auf die andere Seite. hier sind Einsiedeleien in den Fels gehauen. Unter anderem auch die Höhle des Heiligen Johannes, in der eine Quelle aus dem Fels entspringt.

Wenn man den Abstieg fortsetzt, erreicht man das Kloster Katholiko. Es wurde aus dem Felsen herausgemeißelt und liegt über einem Schwindel erregenden Abgrund.

Das Kloster Chrissokalitissa (goldene Treppe) liegt nördlich von Elafonissi auf einem Felsen. Pilger, die das Kloster besuchen wollen, müssen über eine Treppe mit 98 Stufen hinaufsteigen. Die Legende erzählt, dass die letzte Stufen aus purem Gold gefertigt ist, aber nur Menschen mit wirkliche „reinem“ Herzen können sie sehen.

Chora Sfakion liegt malerisch an einer Bucht an der Südküste Kretas. Am Nachmittag wird der Ort für wenige Stunden von Urlaubern überschwemmt, die nach der Durchwanderung der Samaria-Bucht und der Bootsfahrt von Agia Rumeli her, hier auf ihre Busse warten.

Frangokastello im Südosten der Verwaltung Chania liegt am Rand einer weiten Küstenebene. Die Venezianer erbauten das kleine Kastell direkt am Meer vor der Kulisse der Weißen Berge.

Die Imbros-Schlucht bei Chora Sfakion kann man wie die bekanntere Samaria-Schlucht durchwandern. Allerdings ist die Wanderung durch die Imbros-Schlucht viel einfacher und dauert nur etwa zwei Stunden.

Die Irini-Schlucht ist beeindruckend wie die Samaria-Schlucht, sie beginnt am Dorf Agia Irini und endet in Sougia. Die Felswände steigen mehrere hundert Meter hoch an, weite Teile der Schlucht sind bewaldet.

Die Samaria-Schlucht soll mit 18 km die längste Schlucht Europas sein. Die Wanderung dauert etwa 4 –5 Stunden.

Das winzige Dorf Kambi, südwestlich von Souda, scheint am Ende der Welt zu liegen.

Der Kournas, Kretas größter Binnensee, liegt von Bergen umrahmt unweit der Bucht von Georgioupolis. Im See gibt es ungiftige Seeschlangen und bis zu 7 kg schwere Fische. Man kann hier baden und Tretboot fahren.

Paleochora, die „Braut des Libyschen Meeres“ nannten die Einwohner den früher sehr isoliert gelegenen Küstenort mit langen Kies- und Sandstränden.

 

Besonders schöne Strände (u.a.)

Glikanera bei Chora Sfakion an der Südküste ist ein Stand, wo sich Süß- und Salzwasser mischen. Im Kaiki zu erreichen.

Elafonissi an der Südwestspitze Kretas ist ein südseeähnlicher Strand, dem die kleine Insel Elafonissi vorgelagert ist. Im Sommer ist die Insel durch einen Sandstreifen mit dem Festland verbunden, so dass das Meer hier wie eine Lagune wirkt, die in zahlreichen Blau- und Grüntönen schimmert. 1824 sollen 850 Frauen und Kinder auf der Insel Schutz vor den Türken gesucht haben. Als die Türken den Durchgang zur Insel entdeckten , töteten sie alle. Nach der Legende nahm der Strand durch das Blut der Opfer eine rote Farbe an. Tatsächlich sind Millionen kleine Muscheln für die Farben verantwortlich.

Unterhalb des Kastells Frangokastello im Südosten der Verwaltung Chania gibt es einen langen, flachen Sandstrand.

Den längsten Sandstrand findet man bei Georgioupolis.

 

 

Rethymnon

 

Der Veraltungsbezirk Rethymnon bildet mit seiner westlichen Hälfte eine schmale Landbrücke zwischen Zentral- und Westkreta. Sie ist an ihrer engsten Stelle weniger als 30 km breit. Die Berge sind weniger hoch und zerklüftet, so dass es hier eine gute Passstraße gibt, die Nord- und Südküste verbindet. Sie ermöglicht interessante Ausflüge ans Libysche Meer, wo einige wenige Orte mit schönen, von der Steilküste eingerahmte Strände liegen.

Im Osten des Bezirks Rethymnon steigt das Ida-Gebirge an. An seinen Hängen liegen viele ursprüngliche Dörfer mit fruchtbaren Obstgärten und Olivenhainen. Hier lassen sich gut ausgedehnte Wanderungen unternehmen.

Rethymnon war im Mittelalter eine der bedeutendsten Hafenstädte der Venezianer. Von hier aus kann man bis zu den Lefka Ori (Weiße Berge) und zum Ida-Gebirge sehen. Besonders zwischen Dezember und Mai ist der Anblick der über 2.000 m hohen, schneebedeckten Gipfel atemberaubend. Rethymnon hat eine stimmungsvolle Altstadt mit vielen Minaretten und Moscheen, engen Gassen und großen Plätzen. Die Altstadt liegt auf einer Halbinsel, an deren Spitze Fortezza Minares Odeon, eine gewaltige Festung, steht.

 

Die Halbinsel von Rethymnon wurde wahrscheinlich erst in der spätminoischen Zeit besiedelt. In der Antike nannte man die hier stehende Stadt Rethymna. Sei prägte ihre eigenen Münzen. Für die Venezianer war Rethymnon nach Iraklion und Chania die wichtigste Stadt Kretas. Sie wurde schon 1645, also 24 Jahre vor Iraklion, von den Türken erobert.

Touristisches Zentrum ist ein 24 Kilometer langer Sandstrand, der an der äußeren Hafenmole Rethymnons beginnt. Hier siedeln sich immer mehr Hotels, Pensionen und Appartementhäuser an.

 

Sehenswert

Rethymnon:

Von der venezianischen Burg Fortezza Monares Odeon aus dem 16. Jh. stehen noch die Außenmauern.

Im venezianischen Hafen von Rethymnon ankerten einst die Schiffe der Serenissima. Heute sind es Yachten und Fischerboote. Hier findet man noch unter Denkmalschutz stehende Häuser und den Leuchtturm aus der Zeit der Herrschaft der Venezianer.

 

Das wehrhafte Kloster Arkasi auf einem 500 m hoch gelegenen Plateau in den Bergen östlich von Rethymnon ist Kretas Nationalheiligtum. Das Kloster war Schauplatz des schrecklichen Kampfes gegen die türkische Herrschaft. Im Pulvermagazin ließen sich Frauen und Kinder in die Luft sprengen.

Margarites, ebenfalls östlich von Rethymnon, ist das bekannteste Töpferdorf Kretas.

Das Mönchskloster von Preveli liegt südlich von Rethymnon in einer imposanten Landschaft. Das Kloster beherbergt viele wertvolle Gegenstände.

 

Besonder schöne Strände (u.a.)

Preveli am Libyschen Meer ist besonders erwähnenswert. Entweder erreicht man diesen Strand im Boot, z.B. von Agia Galina, Plakias oder einer steinigen Nachbarbucht aus oder man nimmt den abenteuerlichen Weg durch den unteren Teil der Kourtoliatiko-Schlucht. Man folgt dem Bachbett, klettert über Stromschnellen und Felsen und watet durch den zwischen 0,50 m und 1,50 tiefen Bach. An einigen Stellen muss man auch schwimmen. Durch die im unteren Teil mit Palmen bewachsenen Schlucht windet sich der immer breiter werdende Bach über den Strand von Preveli ins Meer.

 

 

Iraklion

 

Der Verwaltungsbezirk Iraklion ist Kretas am dichtesten besiedeltes Gebiet. Schon in minoischer Zeit standen hier die Paläste von Knossos, Malia und Phaistos. Wegen seiner zentralen Lage ist die Inselhauptstadt Iraklion zum Wirtschaftszentrum der Insel geworden. Das hügelige Hinterland von Iraklion eignet sich hervorragend zum Weinanbau und reicht bis an Kretas Kornkammer, die Messara-Ebene heran.

Das Zentrum Tourismus im Bezirk Iraklion und gleichzeitig das größte Fremdenverkehrsgebiet Kretas liegt zwischen Agia Pelagia und Malia an der Nordküste der Insel. Ruhe und das ursprüngliche Kreta suchende Urlauber sollten diese Region besser meiden.

Iraklion ist Kretas größte Stadt. Sie liegt am Rand einer Küstenebene an der Nordküste Kretas. Auch von hier kann man bis zu den hohen Bergen des Ida blicken. Iraklion wurde erst vor etwa 3.000 Jahren von den Dorern gegründet und nach dem mythischen Helden Herkales benannt. Zu minoischer Zeit befand sich hier nur ein kleiner Nebenhafen von Knossos. Die Byzantiner umgaben Iraklion mit einer Stadtmauer, die von den Venezianern ausgebaut wurde, als sie die Stadt unter dem Namen Candia zu ihrer Hauptstadt machten.

 

Sehenswert

Iraklion

- An der Uferstraße stehen noch einige der venezianischen Schiffswerften, in denen die Schiffe während der Wintermonate repariert wurden.

- Der Morosini-Brunnen wurde 1628 vom venezianischen Stadthalter gestiftet, um die Wasserversorgung der Stadt zu verbessern.

- Die Kules-Festung wurde 1523 - 40 von den Venezianern erbaut und bietet vom Hafen einen guten Ausblick über die Stadt.

 

Das Zentrum der Messara-Ebene war in minoischer Zeit der Palast von Phaistos, terrassenförmig auf einem niedrigen Höhenrücken angelegt.

Die Überreste der römischen Inselhauptstadt Gortis liegen an der Straße zwischen Iraklion und Phaistos.

Den minoischen Palast von Knossos wird sicher jeder Kreta-Urlauber besuchen. Die 21.000 m² große Anlage wurde von dem Archäologischen Sir Arthur Evans ausgegraben. Der von ihm phantasievoll rekonstruierte Palast bietet einen anschaulichen Ausflug in die minoische Geschichte.

Auf vier bis fünf Stockwerken gab es etwa 1.400 Räume, genutzt zu Verwaltungszwecken, als Wohn- und Lagergebäude und für Zeremonien, außerdem eine Flut von Treppen, Lichthöfen und Säulenhallen sowie ein Kanalisationssystem. Dieser Bau ist für die damalige Zeit so gigantisch, dass die Wissenschaftler das legendäre Labyrinth mit diesem historischen Palast gleichsetzen.

Krassi liegt auf dem Weg zur Lassithi-Hochebene. Hier kann man unter einer der ältesten und dicksten Platanen Kretas rasten.

Bei Malia kann man die Ausgrabungen des Palastes von Malia besichtigen

Am Strand von Matala an der Südküste soll Zeus in einer Stiergestalt die phönizische Königstochter Europa verführt haben. Heute würde ihm das schwer fallen. Viele Touristen kommen hierher um die Hippie-Höhlen zu sehen, die von „Blumenkindern“ bewohnt wurden, bis die Polizei sie vertrieb.

 

Erwähnenswerte Strände (u.a.)

Malia hat einen schönen breiten Sandstrand, leider ist er während der Hauptsaison auch recht voll.

Die Bucht von Lentas an der Südküste hat südlich des „weinenden Löwen“, einem Felsen in der Form eines Löwen, einen langen Sandstrand. Weitere Strände sind mit dem Boot zu erreichen.

 

 

Lasithion

 

Der Verwaltungsbezirk Lasithion bildet mit der Hauptstadt Agios Nikolaos den Osten der Insel und besteht gleich aus drei interessanten Regionen:

 

Agios Nikolaos          Ierapetra          Sitia

 

 

 

Agios Nikolaos

 

Voller Schönheit ist die Gegend um die Bezirkshauptstadt Agios Nikolaos. Die weite Mirabello-Bucht, an deren Ufer die Stadt liegt, ist von hohen Bergen gesäumt.

Die Lasithi-Hochebene im Dikti-Gebirge ist berühmt für ihr Ackerland und die Geburtshöhle des Zeus, die täglich das Ziel zahlreicher Ausflugsbusse ist. Siedlungen findet man nur am Rand der Hochebene, damit kein Stück des fruchtbaren Schwemmlandes verloren geht. Wenn abends die Ausflugsbusse wieder zu den Touristenzentren an der Küste zurückgekehrt sind, findet man hier zurück zu Ruhe und Ursprünglichkeit.

Agios Nikolaos ist eine Kleinstadt mit angenehmer Atmosphäre. Ihre besondere Lage an der Mirabello-Bucht zieht zahlreiche Touristen an. Besonders sehenswert ist der Stadtteil am Ufer des kleinen Sees Limni Vulismeni. Ein richtiger See ist er eigentlich nicht mehr, denn seit 1870 ist er durch einen Kanal mit Hafen von Agios, wie die Einheimischen ihre Stadt nennen, verbunden.

Um den See ranken sich viele Geschichten und Sagen. Als vor etwa 50 Jahren der letzte Vulkanausbruch auf Santorin stattfand, soll das Wasser der Sees schäumend angestiegen sein und zahlreiche tote Meeresfische angespült haben. Das lässt vermuten, dass der See eine unterirdische Verbindung mit dem Meer hat. Eine Vermutung, die auch ein englischer Reisender namens Spratt äußerte, nach dem er im 19. Jahrhundert den See kartographiert hatte. Er lotete die tiefste Stelle mit 64 m aus.

 

Sehenswert (u.a.)

Die Agios Nikolaos Kirche in Agios Nikolaos muss uralt sein. Im Inneren findet man noch Spuren von alten Wandmalereien.

Vom hoch über dem Meer liegenden Aretiu-Kloster, nördlich von Agios Nikolaos hat man einen schönen Ausblick.

Im Süden der Mirabello-Bicht liegen die Ausgrabungen der minoischen Stadt Gurnia. Die Grundmauern der 3.500 Jahre alten Häuser sind gut erhalten. Durch enge gepflasterte Gassen geht man hinauf zum ehemaligen Palast auf dem höchsten Punkt des Hügels.

Die Katharo-Hochebene liegt westlich von Agios Nikolaos. In .150 m Höhe ist es in diesem Obst-, Wein- und Getreideanbaugebiet recht einsam.

Die Lasithi-Hochebene ist Kretas fruchtbarste Hochebene. Sie liegt in 800 m Höhe und ist bis zu 10 km lang und 5 km breit. Windräder pumpten bis in die 70er Jahre hinein das dicht unter der Oberfläche vorhandene Grundwasser auf die Felder. Oberhalb des Dorfes Psichro liegt die Tropfsteinhöhle Dikteon Andron. Hier soll Göttervater Zeus geboren worden sein.

Spinalonga ist eine sehenswerte Insel in der Mirabello-Bucht. Mit Ausflugsschiffen kann man hinüberfahren. Kalidon nördlich von Spinalonga war Verbannungsort für Leprakranke.

 

 

Ierapetra

 

An der dünn besiedelten Südküste Ostkretas ist die Landwirtschaft noch Haupterwerbsquelle der Bevölkerung. Hier fällt deutlich weniger Regen als im übrigen Kreta und der heiße Wüstenwind aus Afrika ist deutlich zu spüren. Hier findet man zahlreiche Gewächshäuser für deren Bewässerung ein Stausee bei Gra Ligia sorgt. Im Sommer stöhnt man in Ierapetra oft unter der Hitze. Besonders, wenn der „Meltemi“ den feinen roten Sand aus den Wüsten Afrikas mitbringt, der sich in jeder Nische festsetzt und jede Hausfrau zur Verzweiflung bringt. Aber im Winter ist diese Region ein äußerst angenehmer Aufenthaltsort. Selbst im Dezember und Januar kann man noch im Libyschen Meer baden.

Auch hier stößt man natürlich auf alte Legenden. Die Schluchten von Arvi sollen durch den Donnerkeil des Zeus gespalten sein.

Die größte Stadt an der Südküste und gleichzeitig die südlichste Stadt Europas ist Ierapetra. Im Altertum nahm sie eine wichtige Stellung im Afrikahandel ein. Auch das unscheinbare Dörfchen Males hat unter venezianischer Herrschaft bessere Zeiten gesehen. Bei Ierapetra befindet sich der schmalste Teil Kretas, hier ist die Insel nur 14 Kilometer breit.

Touristisch erschlossen ist nur das Gebiert zwischen Mirtos und Makrigialos, die übrigen Küstenorte sind Ziel von Individualtouristen.

 

Sehenswert (u.a.)

Die Fahrt in das 640 m hoch gelegene Bergdorf Anatoli führt durch reizvolle Berglandschaften.

Das Kapsa-Kloster wurde im 15. Jh. gegründet und ist teilweise in den Fels gehauen.

Von Makrigialos aus kann man zur unbewohnten Insel Kufonissi hinausfahren. Dort steht in der Bucht das Theater und viele Hausruinen einer römischen Siedlung aus der Zeit um Christi Geburt.

 

Erwähnenswerte Strände (u.a.)

Auf der vor Ierapetra liegenden Insel Chrissi findet man kristallklares Wasser und großartige Sandstrände. Man erreicht die Insel im Boot von Ierapetra oder Makrigialos aus.

Einen langen Sandstrand und einsame Badebuchten findet man bei Mirtos.

 

 

Sitia

 

Kretas Nordosten ist der lieblichste und sanfteste Teil der Insel und hat noch viel von seiner Ursprünglichkeit. An den Küsten gibt es nur sehr wenige Orte. Die meisten Menschen leben in kleinen Dörfern in den Hochtälern. Fährt man in Richtung Sitia führt die Straße in engen Kurven hoch über dem Meer entlang. Je weiter man nach Osten kommt, desto karger wird die Vegetation. Im äußersten Osten schließlich durchquert man eine durch hohen Eisengehalt rotgefärbte Steinwüste.

Sitia ist eine kleine ländliche Stadt. In der Südwestecke der gleichnamigen Bucht zieht sie sich einen niedrigen Hang hinauf. Die einzige historische Sehenswürdigkeit in Sitia ist eine Burg, zu der man durch die Gassen der Altstadt hinaufsteigen kann. Sitia wurde erst im Mittelalter gegründet und war nach der Zerstörung durch die Türken über 200 Jahre lang verlassen. Erst ab 1870 wurde der Ort neu besiedelt.

 

Sehenswert (u.a.)

Vom ehemaligen venezianischen Fort Kazarma hat man einen schönen Rundblick.

An der Straße von Sitia nach Ierapetra kann man in Epano Episkopi zur Chandras-Hochebene abbiegen. Hier ist das Zentrum des kretischen Sultaninenanbaus. In den Dörfern hier scheint die Zeit seit Jahrzehnten stehen geblieben zu sein.

Bei Kato Zakro legten Archäologen den vierten minoischen Palast der Insel frei. Dieser Palast wurde als einziger nie geplündert.

Bei Thripti findet man eine Landschaft, die an die Teeanbaugebiete im Hochland Indiens erinnert. Unterhalb des 1.476 m hohen Afendis Kavussi wird hier Wein angebaut.

 

Erwähnenswerte Strände (u.a.)

Der Strand von Vai am Rande eines ausgedehnten Palmenhains ist im Sommer zwar völlig überlaufen, wegen der einzigartigen Landschaft lohnt sich ein Besuch trotzdem.

Bezaubernd schöne Sandstrände liegen bei Xerokambos an der Südostspitze Kretas.