Regierung
Geographische Daten
Land & Leute
Kultur / Geschichte
Offizieller Name
Große Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Djamahiriya
Al-Djamahiriya al-Arabiyah al-Libiyah
ash-Sha’biya al-Ishtiriakiya
Der Landesname „Libyen“ leitet sich
vom altägyptischen Lebu ab, mit dem die Ägypter die Berberstämme im Westen,
später die gesamte nordafrikanische Küste bezeichneten.
Hauptstadt
Tripolis (ca. 1,7 Mio. Einwohner)
Verwaltungssitz: Sirte
Landessprache
Arabisch
Währung
Libyscher Dinar (LD), 1 Dinar = 1.000
Dirham
Uhrzeit
MEZ + 1 Stunde
Internationales Kennzeichen
LAR
Flagge
Einfarbig Grün. Grün ist die Farbe des Islam, aber auch gleichzeitig eine
Erinnerung an die „Grüne Revolution“, zu der der 1969 an die Macht gekommene
Oberst Muammar al-Gaddafi aufrief, der Libyen in ein Lebensmittel produzierendes
Land verwandeln wollte.
Nationalhymne (1. Strophe)
„Gott ist groß, Gott ist groß und der
List der Aggressoren überlegen. Gott ist der beste Helfer der Entrechteten. Mit
festem Glauben und Waffen werde ich Opfer bringen für mein Land. Das Licht der
Wahrheit strahlt aus meiner Hand...“
Bevölkerung
ca. 6,2 Mio. Einwohner (zusätzlich ca. 1.5 Mio. Ausländer)
Bevölkerungsdichte
3,5 Menschen pro km²
Ethnische Zusammensetzung
Libysche Araber und Berber 79 %, andere (meist Ägypter u. Sudanesen) 21 %
Religion
Der Islam (Sunniten) ist Staatsreligion.
Muslime 97 %, andere 3 %
Regierungsform
Autoritäre Republik
Staatsoberhaupt
Obert Muammar al-Gaddafi, Führer der Großen Revolution vom 01. September
Regierungschef
Embarak Abdullah El-Shamekh, Sekretär des Allgemeinen Volkskomitees für
Auswärtige Beziehungen und Internationale Zusammenarbeit
Wahlrecht/-pflicht
Wahlpflicht ab 18
Bruttoinlandsprodukt (1999)
35,7 Mrd. US$ (geschätzt)
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (1999)
ca. 5.600 US$ (geschätzt)
Nationalfeiertag
01. September: Jahrestag der Revolution (1969)
Einreisebestimmungen
Vor der Einreise muss bei der
libyschen Botschaft ein Visum beantragt werden.
Gesundheit
Einige Grundregeln sollten strikt
eingehalten werden:
Keinesfalls sollte man Leitungswasser
trinken. Unbedingt auf abgepacktes Mineralwasser in Kunststoff-Flaschen
zurückgreifen.
Durch die Nahrungsumstellung kann es
zu Durchfall und leichten Magen-/Darmerkrankungen kommen. Im Falle einer
Erkrankung sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeits- und
Elektrolytzufuhr achten. Abgepackte Glukose-Elektrolyt-Mischungen gehören in
jede Reiseapotheke.
Meiden sollte man unbedingt Salate,
Eiswürfel, Frischmilch, Speiseeis, ungeschältes Obst u. Leitungswasser. Nichts
essen, was nicht gekocht oder geschält werden kann.
Sonnencreme mit einem hohen
Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert, außerdem ein Mittel, das Insekten
abwehrt.
Impfungen:
Grundsätzlich sollte vor einer Reise
nach Libyen der Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio überprüft
werden.
Außerdem wird eine Impfung gegen
Hepatitis A empfohlen, bei Individualreisen unter schlechten hygienischen
Bedingungen zusätzlich eine Impfung gegen Typhus.
Die Gefahr einer Ansteckung mit
Malaria ist auf zwei kleine regional begrenzte Herde im Südwesten beschränkt.
Lage
Nordafrika (10° O – 25° O / 20° N –
33° N)
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Nördliche Grenze:
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Mittelmeer
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Östliche Grenze:
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Ägypten
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Südöstliche Grenze:
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Sudan
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Südliche Grenze:
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Tschad, Niger
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Westliche Grenze:
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Algerien, Tunesien
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Fläche
1,76 Mio km²
Höchster Punkt
Pic Bette (2.285 m), im
Tibesti-Gebirge an der Grenze zum Tschad
Tiefster Punkt
Meeresspiegel
Größte Städte
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Tripoli
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ca. 1,68 Mio. Einwohner
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Banghazi
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ca. 800.000 Einwohner
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Misrata
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ca. 120.000 Einwohner
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Az-Zawiyah
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ca. 90.000 Einwohner
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Verwaltungsstruktur
3 Provinzen, 10 Gouvernate
Klima
Nur im Bereich der Mittelmeerküste ist
das heiße Wüstenklima mit sehr kalten Nächten etwas gemäßigt. Niederschläge
sind selten, im Landesinneren äußerst selten.
Klimatabelle
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Monat
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Tages-
temperatur
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Nacht-
temperatur
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Sonnen-
stunden
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Regentage
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Januar
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21°
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5°
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9
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0
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Februar
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23°
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7°
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9
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1
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März
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27°
|
10°
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10
|
0
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April
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33°
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15°
|
10
|
0
|
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Mai
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37°
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20°
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12
|
0
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Juni
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39°
|
22°
|
12
|
0
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Juli
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38°
|
23°
|
12
|
0
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August
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38°
|
23°
|
12
|
1
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September
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36°
|
21°
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10
|
1
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Oktober
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32°
|
16°
|
10
|
0
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November
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27°
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11°
|
10
|
0
|
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Dezember
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22°
|
6°
|
9
|
0
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Die beste Reisezeit ist von Februar –
April und Oktober – November. Im Hochsommer sind Temperatur bis 50° C möglich. Das
Klima ist immer extrem trocken. Von März – November ist die UV-Belastung sehr
hoch. Von September – Mai muss mit Staubstürmen gerechnet werden.
Mittlere Temperatur
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Tripolis (Höhe 84m):
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Januar 11° C, Juli 27° C
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Sabha
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Januar 12° C, Juli 31° C
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Geographie
Mehr als drei Viertel der Bevölkerung
bewohnen den schmalen Küstenstreifen. Hinter dieser fruchtbaren Zone beginnt
sehr bald die Sahara. Mehr als neun Zehntel des Landes bestehen aus Wüste und
Halbwüste.
Flora / Fauna
In Libyen gibt es keine Flüsse, die das ganze Jahr über Wasser führen. Die
natürliche Vegetation ist karg und beschränkt sich in erster Linie auf
Dattelpalmen in Oasennähe und Buschland (vor allem Wacholder) im Al Jabal al
Akhard und auf überweideten Steppenregionen.
Die Tierwelt besteht überwiegend aus Wüstentieren wie Wüstenfuchs (Fennek),
Wüstenhasen, Wüstenspringmaus und Schakalen.
Tipps für Wüstenfahrer
Trockenkonserven mitnehmen!
Gelegenheit zur Versorgung mit Obst, Gemüse, Brot und Fleisch gibt es in
Ghadames, Ghat und Germa. Dort kann man auch abgepacktes Mineralwasser kaufen.
Nette Restaurants sind relativ selten.
Dafür gibt es immer wieder Hähnchenbratereien und Kebab-Grills.
In Ghadames gibt es bereits
alkoholfreies Bier. Für mehrtägige Touren kann man über einschlägige Agenturen
auch einen Koch engagieren.
In Hygienefragen darf man aber nicht
sehr empfindlich sein.
Essen und Trinken
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Couscous
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Hartweizengrieß als Beilage zu Fleischgerichten und Saucen
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Schawirma
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Lamm vom Drehspieß
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Kufta mit Tadschin
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Hackfleischbällchen mit Sesamsauce
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Felafel
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frittierte Kichererbsenbreibällchen
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Harissa
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scharfe Sauce aus Pfefferschoten, steht in Restaurants fast
immer auf dem Tisch
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Umgangsformen
Öffentliche Gebäude, Fabriken und Brücken
dürfen auf keinen Fall fotografiert werden. Das gleiche gilt für Gläubige bei
rituellen Handlungen und das Innere von Moscheen. Frauen dürfen nicht ohne
vorherige Erlaubnis fotografiert werden.
Kultur / Geschichte
Älteste Zeugen einer frühen Kultur in Libyen sind Felszeichnungen aus der
Altsteinzeit. Schon Herodot (griechischer Geschichtsschreiber, um 485 - 425 v.
Chr. berichtet von den Malereien der Garamanten bei Jarma, 800 km südlich von
Tripolis.
Im Altertum war „Libya“ die gängige Bezeichnung für ganz Nordafrika.
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ab 2000 v. Chr.
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Nordwestafrika ist von zahlreichen Berberstämmen besiedelt.
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ab 700 v. Chr.
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Die Phönizier haben an der nordafrikanischen Küste zahlreiche Handelsniederlassungen
gegründet. Karthago, gegründet 814 v. Chr., ist inzwischen zur führenden
Handelsmacht im westlichen Mittelmeerraum aufgestiegen. Im Westen des
heutigen Libyen gründen die Phönizier die Handelsniederlassungen Leptis
Magna, Oea und Sabratah, die Vorläufer von Tripolis (Dreistadt). Die Griechen
lassen sich fast gleichzeitig im Osten nieder und gründen u.a. um 630 v. Chr.
die Stadt Cyrene. Das gesamte Gebiet mit dem Namen „Cyrenaika“ gerät jedoch
bald unter die Herrschaft Ägyptens.
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146 v. Chr.
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Die Römer erobern mit Hilfe numidischer Truppen (heutiges
Algerien) Karthago, auch Tripolitanien, der fruchtbare Nordwesten Libyens,
fällt unter römische Kontrolle.
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96 v. Chr.
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Cyrenaika wird ebenfalls der römischen Provinz „Africa“
angegliedert.
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395 n. Chr.
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Bei der Teilung des römischen Reiches verbleibt Tripolitanien
bei Westrom, die Cyrenaika kommt in den Machtbereich des Oströmischen
Reiches.
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429 n. Chr.
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Die Vandalen dringen von Spanien aus vor und erobern die römischen
Provinzen.
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534 n. Chr.
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Der oströmische Kaiser Justinian beendet die Herrschaft der
Vandalen. Er kann sich aber nur auf einem schmalen Streifen an der libyschen
Küste gegen die kriegerischen Berberstämme halten.
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644 n. Chr.
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Die muslimischen Araber dringen unaufhaltsam nach Westen vor.
Fast 900 Jahre lang wird Libyen von wechselnden Araber-Dynastien beherrscht.
(Aghlabiden, Fatimiden, Alomoraviden, Almohaden u.a.)
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1509
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Tripolis wird von den Spaniern erobert.
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1517
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Das Gebiet des heutigen Libyen wird von den Türken erobert.
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1530
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Tripolis wird von Spanien als Lehen an Malta gegeben.
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1551
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Die Osmanen erobern Tripolis.
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1843
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Die Sanussi-Bruderschaft, gegründet von dem Algerier Mohammed al-Sanussi,
übernimmt die Macht in der Cyrenaika und damit die Kontrolle über den
Karawanenhandel durch die Wüste.
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1912
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Italienische Truppen besetzen Tripolitanien und die Cyrenaika.
Die Türkei tritt ihre Oberherrschaft ab. Die Sanussi leisten Widerstand gegen
die Vertreibungsversuche der Italiener. Während des 2. Weltkrieges gelingt es
ihnen fast die italienische Herrschaft ganz abzuschütteln.
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1916
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Die Sanussi unterliegen den aus Ägypten vorrückenden
britischen Truppen.
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1921
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Italien bringt die Cyrenaika und Tripolitanien wieder unter
seine Herrschaft.
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1934
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Libyen wird offiziell zur italienischen Kolonie erklärt. Über
100.000 Italiener lassen sich im Norden Libyens nieder und vertreiben die
einheimischen Bauern.
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1942
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Nach dem Einmarsch der alliierten Truppen wird Libyen geteilt.
Tripolitanien kommt unter US-amerikanische, die Cyrenaika unter britische und
der südliche Landesteil Fessan unter französische Verwaltung. Die 60.000
italienischen Bauern in der Cyrenaika werden sofort vertrieben, die 40.000 in
Tripolitanien können noch bleiben.
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1949
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Die Vereinten Nationen beschließen, Libyen zu einem
föderativen Königreich zu machen.
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März 1951
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Eine unter Idris as-Sanussi gebildete Regierung übernimmt
schrittweise die Verwaltung Libyens.
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Dezember 1951
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Der UN-Beschluss von 1949 wird umgesetzt. Libyen wird ein
unabhängiges Königsreich unter Idris I.
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1952
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Libyen gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. 90 Prozent
des Landes bestehen aus unwirtlichen Wüstengebieten. Ohne natürliche
Rohstoffe ist es von internationalen Hilfsorganisationen abhängig. Über 90 %
der Bevölkerung sind Analphabeten. So steigen die nach dem Krieg verbliebenen
Italiener zur politischen und wirtschaftlichen Oberschicht auf.
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1959
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In Libyen werden von ausländischen Gesellschaften erste
Erdölquellen entdeckt.
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1961
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Das libysche Öl gilt wegen seines geringen Schwefelgehaltes
als sehr wertvoll. Dank seiner reichen Erdölvorkommen steigt Libyen innerhalb
kürzester Zeit zu einem der bedeutendsten erdölexportierenden Länder der Welt
und zum reichsten Staat des ganzen afrikanischen Kontinents auf.
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01.09.1969
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In einem unblutigen Militärputsch wird König Idris I.
gestürzt. Trotz des Ölreichtums hatte er so gut wie nichts unternommen um die
Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Der. „Revolutionäre
Kommandorat“ unter Armeechef Muamar al-Gaddafi ruft die „Libysche Arabische
Republik“ aus.
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1970
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Muamar al-Gaddafi verfolgt eine radikale Arabisierung Libyens.
Die Ölgesellschaften werden verstaatlicht, die letzten Italiener und Juden
enteignet und des Landes verwiesen. Die USA müssen ihren letzten
Militärstützpunkt räumen. Von Frankreich und der UdSSR wird Libyen mit
militärischem Gerät aufgerüstet.
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1973
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Muamar al-Gaddafi proklamiert die „Völkische Revolution“ (das
Volk hat das Recht und Pflicht, die Macht und Verantwortung zu übernehmen)
und den Islam zum sozialrevolutionären Weg.
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1975
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Libyen schließt mit der UdSSR ein Abkommen über wirtschaftliche
und militärische Zusammenarbeit.
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März 1977
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Die „direkte Volksherrschaft“ wird durch eine neue Verfassung
eingeführt und die „Große Sozialistische Libysche Arabische Volks-Djamahiriya
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April 1977
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Es kommt zu militärischen Auseinandersetzungen mit Ägypten
wegen dessen Friedensbereitschaft mit Israel.
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1978
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Libyen ist durch seine hochtechnisierte Erdölwirtschaft zur
reichsten Nation Afrikas aufgestiegen. Mehr als eine halbe Million
Gastarbeiter aus den Nachbarstaaten arbeiten hier.
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1980
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Libysche Truppen greifen in den Bürgerkrieg im Tschad ein und
besetzen den Norden, wo Erdöl- und Uran vermutet werden. Es kommt zu
ernsthaften Konfrontationen mit Frankreich und den USA.
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1983
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Frankreich vertreibt die libyschen Truppen aus den besetzten
Gebieten im Tschad.
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Anfang 1986
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Die USA werfen Libyen die Unterstürzung des internationalen
Terrorismus vor und brechen sämtliche Wirtschaftsbeziehungen zu dem Land ab.
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15. April 1986
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Als Vergeltung für von Libyen unterstützte Terroraktionen
fliegen US-Flugzeuge einen nächtlichen Angriff auf die Städte Tripolis und
Bengasi. Etwa 100 Menschen kommen ums Leben.
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Oktober 1988
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Die USA werfen Libyen vor, in einer mit deutscher Hilfe errichteten
Chemiefabrik bei Rabta chemische Waffen zu produzieren.
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1989
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Wiederaufnahme der Ägyptisch-Libyschen Beziehungen
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1990
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In Libyen leben mittlerweile 1,2 Millionen Gastarbeiter.
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1991
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In einem 2.000 km langen Bewässerungsnetz wird Wasser aus
einem unterirdischen Süßwassersee in der Sahara bis zur Küste geleitet.
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1992
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Libyen weigert sich die mutmaßlichen Lockerbie-Attentäter
auszuliefern. Daraufhin verhängt der UN-Sicherheitsrat ein Luftverkehrs- und
Handelsembargo.
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Oktober 1993
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Eine Militärrevolte der libyschen Stämme Beni Walid und
Warfala wird von Gaddafis Truppen blutig niedergeschlagen.
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April 1994
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Muamar al-Gaddafi entgeht nur knapp einem Mordanschlag.
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01.09.1994
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Aus Anlass des 25. Jahrestages der Machtergreifung Gaddafis
findet in Tripolis eine stundenlange Militär-Parade statt.
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August 1998
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Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Libyen
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1999
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Nach Aussetzungen der Sanktionen gegen Libyen bieten die
meisten internationalen Airlines wieder Direktflüge nach Tripolis an.
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August 2000
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Libyen vermittelt im philippinischen Geiseldrama.
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Alle
Angaben ohne Gewähr