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Das Schwarze Meer
Ein Kind des Mittelmeers
Das Schwarze Meer ist nach neuesten
Erkenntnissen wohl nicht immer ein Meer gewesen. Es zeichnet sich in etwa 100 m Tiefe der Umriss eines noch wesentlich tieferen Beckens ab. Dieses Becken ist bis vor etwa 7.000 Jahren ein Binnensee
gewesen, an dem Menschen lebten. Meeresarchäologen entdeckten am ehemaligen Seeufer Siedlungsreste, Werkzeuge und andere Dinge des damaligen Lebens. Man stellt sich heute vor, dass im
Zuge der zurückgehenden Eiszeit die schmelzenden Gletscher riesige Wassermengen freisetzten, welche nach und nach den Wasserspiegel der Weltmeere
über Jahrtausende hinweg immer weiter ansteigen ließen. Davon blieb natürlich auch das Mittelmeer nicht verschont. Parallel dazu nahm der Druck auf die Landbarriere am
Bosporus zu, was später unweigerlich zur Katastrophe führte. Zuerst vielleicht nur ein kleiner Bach, der sich immer tiefer in den Untergrund hineinfraß bis daraus ein
reißender Strom wurde. 50 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Tag schossen mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde auf die Schwarzmeersenke zu. Der Wasserspiegel des nun
entstandenen Schwarzen Meeres stieg täglich um etwa 15 Zentimeter, was in flacheren Gebieten eine Ausdehnung von bis zu 1.500 Metern pro Tag zur Folge hatte. Es dauerte
mindestens 300 Tage bis aus dem ehemaligen Binnensee das Schwarze Meer mit seinen heutigen Ausmaßen entstand.
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