Türkei
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Wissenswertes

Türkei

Informationen zu Land und Leuten

 

 

Regierung

Geographische Daten

Land & Leute

Kultur / Geschichte

 

 

Offizieller Name

Republik Türkei / Türkiye Cumhuriyeti

Der Name des Landes stammt von den Turkvölkern, die im Mittelalter nach Kleinasien eingewandert sind. Das Turkvolk der Ogusen begründete im 13./14. Jahrhundert das Osmanische Reich.

 

Hauptstadt

Ankara ( ca. 3,6 Mio. Einwohner)

 

Landessprache

Türkisch

(Die Türkische Sprache gehört zur ural-altaischen Sprachgruppe, wie z.B. auch Ungarisch und Finnisch)


Währung

Türkisches Pfund (T£), 1 £ = 100 Kuruç

 

Uhrzeit

OEZ = MEZ + 1 Stunde (die Türkei hat die Sommerzeit eingeführt)

 

Internationales Kennzeichen

TR

 

Flagge

Roter Hintergrund mit weißem Mond und Stern.

(Rot war ursprünglich die Farbe des Kalifen und wurde unter Osman zur Reichsfarbe. Für die Herkunft von Mondsichel und Stern gibt es mehrere Deutungen, eventuell sollen diese Symbole nach der Eroberung Konstantinopels (Istanbul) übernommen worden sein.

 

Bevölkerung

62,9 Mio. Einwohner (1997)

 

Bevölkerungsdichte

80,7 Menschen pro km²

 

Ethnische Zusammensetzung

Türken 86 %, Kurden 10 %, Araber 2 %, andere 2 %

 

Religion

Moslems 98%, sonstige 2 %

 

 

 

Regierungsform

Parlamentarische Demokratie

 

Staatsoberhaupt

Ahmet Necdet Sezer, Staatspräsident seit 16.05.2000

 

Regierungschef

Bülent Ecevit, Ministerpräsident seit 11.01.1999

 

Bruttosozialprodukt (1999)

187,3 Mrd. US$

 

Bruttosozialprodukt pro Kopf (1999)

2.878 US$

 

Nationalfeiertag

29. Oktober: Tag der Republik, Ausrufung der Republik durch Atatürk (1923)

 

Einreisebestimmungen

Für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten Dauer genügt ein Reisepass oder Personalausweis. Einreise- und Zollformalitäten werden am Zielflughafen erledigt.

Bei Einreise mit einem Kraftfahrzeug ist ein Reisepass notwendig, das die Daten des Kfz von den türkischen Grenzbehörden im Reisepass eingetragen werden.

 

Gesundheit

Einige Grundregeln sollte man strikt einhalten halten:

Keinesfalls sollte man Wasser aus Flüssen oder sonstigen Gewässern trinken. Überall erhältlich ist abgepacktes Mineralwasser in Kunststoff-Flaschen.

Durch die Nahrungsumstellung kann es zu Durchfall und leichten Magen-/Darmerkrankungen kommen. Im Falle einer Erkrankung sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten. Abgepackte Glukose-Elektrolyt-Mischungen gehören in jede Reiseapotheke.

Meiden sollte man unbedingt Salate, Eiswürfel, Frischmilch, Speiseeis, ungeschältes Obst u. Leitungswasser. Nichts essen, was nicht gekocht oder geschält werden kann.

Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert, außerdem ein Mittel, das Insekten abwehrt.

Allgemein sollte bei Kindern ein altersentsprechender Impfschutz vorliegen. Grundsätzlich sollte auch bei Erwachsenen der Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio überprüft werden.

Außerdem wird eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen, bei Individualreisen unter schlechten hygienischen Bedingungen zusätzlich eine Impfung gegen Typhus.

Jeglicher Kontakt zu streunenden Hunden, Katzen oder zutrauliche wirkenden Wildtieren sollte vermieden werden.

In einzelnen Gebieten in Südostanatolien und Cükürova/Amikova besteht ein Malariarisiko. Die Touristenorte am Mittelmeer sind jedoch malariafrei.

 

Sicherheit

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu vereinzelten Anschlägen terroristischer Organisationen. Die türkischen Behörden halten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen aufrecht, aber eine 100 % Sicherheit kann es weder für die Touristenzentren um Antalya noch für die übrigen Feriengebiete geben. Hinweise der Behörden oder der Reiseveranstalter zum Verhalten vor Ort sollten unbedingt eingehalten werden.

Reisen nach Südostanatolien sind mit erhöhten Gefahren verbunden und sollten vermieden werden.

 

 

 

Lage

Europa/Asien (26° O – 45° O / 36° N – 42° N)

Nördliche Grenze:

Schwarzes Meer

Nordöstliche Grenze:

Armenien, Georgien, Aserbaidschan

Östliche Grenze:

Iran

Südliche Grenze:

Irak, Syrien, Mittelmeer

Westliche Grenze:

Ägäis, Griechenland, Bulgarien

 

Fläche

779.452 km²

 

Höchster Punkt

Ararat (5.165 m)

 

Tiefster Punkt

Meeresspiegel

 

Hauptflüsse

Euphrat, Kizilirmak, Sakarya, Menderes, Aras

(Euphrat und Tigris entspringen in der Türkei.)

 

Längster Fluss

Kizilirmak (1.150 km)

 

Größte Städte

Istanbul

ca. 6,6 Mio. Einwohner

Ankara

ca. 3,6 Mio. Einwohner

Izmir

ca. 1,9 Mio. Einwohner

Adana

ca. 1,4 Mio. Einwohner

Bursa

ca. 1,1 Mio. Einwohner

Samsun

ca. 1,1 Mio. Einwohner

Gaziantep

ca. 800.000 Einwohner

Erzurum

ca. 800.000 Einwohner

Malatya

ca. 600.000 Einwohner

 

Internationale Flughäfen

Istanbul (Atatürk Airport), Ankara, Izmir, Adana, Dalaman, Antalya

 

Nationale Fluglinie

Turkish Airlines

 

Wichtigste Häfen

Istanbul, Mersin, Trabzon, Izmir, Giresum, Iskenderum, Tekirdag, Hopa, Samsun

Fährhäfen: Izmir, Antalya, Cesme, Marmaris

 

Verwaltung

Die Türkei lässt sich in sieben Regionen einteilen, wobei die landschaftlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden:

-         Marmararegion, einschl. Thrakien

-         Ägäisregion

-         Mittelmeerregion

-         Schwarzmeerregion    

-         Zentralanatolien

-         Ostanatolien

-         Südostanatolien

Verwaltungsrechtlich wird die Türkei in 76 Provinzen eingeteilt, wobei die Provinz meist den Namen der Hauptstadt trägt. Den Provinzen sind Nummern zugeordnet, die sich auch auf den türkischen Autokennzeichen wiederfinden.

 

 

 

Klima

An der Mittelmeerküste herrscht ein subtropisches Klima mit heißen, trockenen Sommern sowie milden und regenreichen Wintern vor.

Im anatolischen Hochland und in Thrazien findet man kontinentales Klima (im Sommer bis zu 40° C).  Im gebirgigen Osten kann im Winter mehrere Monate Schnee liegen.

In Istanbul und an der Schwarzmeerküste hingegen trifft man auf ein gemäßigtes Klima mit heißen Sommern, aber frischen Meeresbrisen und nasskalten Wintern. Der Norden ist das regenreichste Gebiet der Türkei.

Beste Reisezeit für das Schwarze Meer, Marmarameer und die Ägäis ist von Juni bis September, am Mittelmeer auch im Mai und Oktober.

Klimatabelle (Antalya, Alanya, Adana)

 

Jan.

Febr.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

Tagestemperatur

15

16

18

21

26

30

34

35

31

27

22

17

Nachttemperatur

6

7

8

11

16

19

23

22

19

15

11

8

Wassertemperatur

16

15

16

18

20

22

25

26

26

24

21

14

Regentage

13

10

7

5

3

1

0

0

1

4

6

13

Sonnenstunden

5

7

7

9

10

12

13

12

11

9

7

6

 

Klimatabelle (Bodrum, Marmaris, Fethiye)

 

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Tagestemperatur

21

26

31

34

35

30

25

Nachttemperatur

12

15

19

21

21

18

16

Wassertemperatur

17

19

24

26

27

24

22

Regentage

4

3

1

1

0

1

4

Sonnenstunden

8

10

11

12

12

10

8

 

Klimatabelle (Dalaman)

 

Jan.

Febr.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

Tagestemperatur

14

15

17

21

26

30

34

34

30

25

20

16

Nachttemperatur

6

5

7

10

15

19

21

22

19

18

10

7

Wassertemperatur

15

14

15

16

19

21

24

24

23

22

19

17

Regentage

12

9

7

6

3

1

1

0

1

4

6

12

Sonnenstunden

4

6

6

8

10

12

13

12

11

96

6

5

 

Klimatabelle (Izmir)

 

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Tagestemperatur

21

25

30

33

29

29

24

Nachttemperatur

10

14

18

21

17

17

14

Wassertemperatur

16

18

21

23

22

22

20

Regentage

8

10

11

12

10

10

8

Sonnenstunden

8

10

11

12

10

10

8

 

Mittlere Temperatur

 

Januar

April

Juli

Oktober

Dezember

Ankara (Höhe 861 m)

11°

23°

13°

Izmir (Höhe 28 m)  

16°

18°

19°

11°

Istanbul

12°

23°

16°

Antalya

11°

16°

28°

20°

12°

Bodrum

11°

17°

29°

21°

13°

 

Geographie

Die Türkei liegt auf zwei Kontinenten und verbindet Europa mit Asien jenseits der schmalen Meerenge des Bosporus und der Dardanellen. Nur 3 % der Türkei (23.764 km²) liegen in Europa, 97 % in Asien. Die Küsten der Türkei werden vom Schwarzen Meer, der Ägäis und vom Mittelmeer umspült.

Die Türkei ist ein tektonisch aktives Gebiet. Häufige Erdbeben, Geysire und andere vulkansicher Erscheinungen sind der Beweis dafür.

Der europäische Teil der Türkei besteht aus welligen, fruchtbaren Ebenen umgeben von niedrigen Bergen. Auf der asiatischen Seite wird West-Anatolien von langen Bergrücken durchzogen, getrennt durch tiefe Täler. Südlich des zentralen anatolischen Hochlands liegen die drei Hauptketten des Taurus entlang des Mittelmeeres. Weiter im Osten steigt das Land zum Ararat-Hochland an. Im Süden liegt der mit 3.675 km² größte See der Türkei.

Wüstengebiete gibt es in der Türkei nicht, aber in den zentralen Hochländern im Landesinneren herrscht halbarides Klima.

 

Flora/Fauna

Dichte Wälder findet man an der Schwarzmeerküste, den Süden an der Mittelmeerküste bedeckt dichtes Buschwerk, während das trockene Landesinnere von steppenartigem Grasland überzogen ist.

In den Wäldern am Schwarzen Meer findet man noch Bären und Rothirsche. Viele Seen sind von Flamingos bevölkert.

 

Sehenswürdigkeiten / Weltkulturerbe

Zum Weltkulturerbe wurden erklärt:

-         historische Bereiche von Istanbul

-         Nationalpark Göreme u. die Felsendenkmäler von Kappadokien

-         Große Moschee und Krankenhaus von Divgri

-         Hattusa (ehemalige Hauptstadt der Hethiter           

-         Ruinenstätte Nemrut Dag

-         Ruinen von Xanthos mit dem Heiligtum der Latona

-         Antike Stadt Hierapolis-Pammukkale

-         Stadt Safranbolu

-         Archäologische Stätte von Troja

 

Verkehr

In der Türkei herrscht Rechtsverkehr.

Höchstgeschwindigkeit

-         innerhalb von Ortschaften: Pkw 50km/h, mit Anhänger 40 km/h, Motorräder 30 km/h

-         außerhalb von Ortschaften:  Pkw 90 km/h, mit Anhänger o. Wohnmobile 80 km/h, Motorräder 50 km/h, Omnibusse 80 km/h, Lkw 70 km/h

-         auf Autobahnen: Pkw u. Motorräder 130 km/h

Außerdem zu beachten ist:

-         Anschnallpflicht

-         2 Warndreiecke sind mitzuführen (vor und hinter dem Fahrzeug aufzustellen)

-         Promillegrenze: Pkw ohne Anhänger 0,5 %o, für alle anderen absolutes Alkoholverbot

-         Verkehrsvorschriften werden häufig sehr großzügig ausgelegt. Deshalb besonders in ländlichen Gebieten sehr vorsichtig und möglichst nicht nach Einbruch der Dunkelheit fahren. Vor Kurven und beim Überholen grundsätzlich hupen.  

-         Auf der Transitstrecke Edirne – Istanbul – Ankara – Sivas – Erzurum sehr vorsichtig fahren (Transitstrecke zur iranischen Grenze) wegen schlechtem Straßenzustand, starkem Lkw-Verkehr, Steinwürfen.

-         Bleifrei super (süper kursunsuz, 95 Oktan), Diesel (motorin/ dizel). In ländlichen Gegenden ist bleifreies Benzin nicht immer erhältlich. Speziell in der Osttürkei sollte jede Tankmöglichkeit genutzt werden, auch für die Reservekanister.

 

Essen und Trinken

Die türkische Küche verwendet Schaf-, Lamm- und Rindfleisch, alles gekocht, gebraten oder fein gewürzt am Spieß gegrillt. Gebratenes Hackfleisch kommt als Köfte auf den Tisch. Schweinefleisch ist tabu. Bier gibt es aus nationaler Herstellung (Efes) oder importiert, Wein und das eigentliche Nationalgetränk Raki, mit Anis aromatisierter Tresterschnaps. Zu einem türkischen Essen gehört unbedingt ein süßer Abschluss.

ayran

Yoghurt-Getränk mit Wasser verdünnt, leicht gesalzen

raki

45%iger Anisschnaps, der mit 2/3 Wasser verdünnt wird (im Volksmund „Aslan-süt“ = Lüwenmilch genannt)

çai

Tee, wird zu jeder Gelegenheit getrunken. (Als das Osmanische Reich zerschlagen wurde, verlor die Türkei ihren Kaffeelieferanten, den Jemen, und damit ihr eigentliches Nationalgetränk – den Kaffee. Auf der Suche nach einem Ersatz entdeckte man zur Zeit Atatürks an der Schwarzmeerküste günstige Anbaubedingungen für Tee. Tee wurde daraufhin zum Nationalgetränk.)

türk kahvesi

türkischer Mokka; çok şekerli = sehr süß, orta şekerli = mittelsüß, az şekerli = ohne Zucker

kimirzi şarap

Rotwein (Doluca, Ankara, Ful = trocken und leicht; Boğa Kani, Kavaklidere, Yakut, Buzbağ, Aral = trocken und rund, mit vollem Bukett; Villa Doluca = halbtrocken; Dikmen, Efes Güneşi = herb; Doruk, Kulüp, Kavaklidere Eski, Papaz Karaşi und Karmen = herb und eher schwer)

beyaz şarap

Weißwein (Villa Doluca, Riesling, Kulüp Özel Reserv, Kulüp Dolçevita, Kavak, Ganos Krater, Dörtnal, Ankara, Doluca Riesling und Doruk = trocken, leicht und fruchtig; Aral, Doluca und Narbağ = halbtrocken; Ankara Altini, Kavaklidere Eski, Ful = trocken und fruchtig mit vollem Bukett, als Aperitif zu empfehlen)

pembe şarap

Roséwein (Lâl, Lökal, Aral, Doruk und Kulüp = trocken und leicht; Donna Villa = leicht, mit angenehmem Bukett; Doluca und Topkapi = herb, etwas schwer mit vollem Bukett)

biber dolmasi

gefüllte Paprikaschoten

humus

Kichererbsen püriert mit Sesamkörnern und Zitronensaft

sigara-böreği

mit weißem Käse und Petersilie gefüllte Blätterteigröllchen

fasulye pilakisi

weiße oder rote Bohnen in Tomaten-Olivenöl-Sauce

haydari

Spinat-Schafskäse-Joghurt-Mus mit Knoblauch

imam bayildi

„der Imam fiel in Ohnmacht“; mit Zwiebeln und Tomaten gefüllte Auberginen

kadin budu köfte

„Frauenschenkel“; Hackfleisch-Reis-Bällchen in Öl frittiert

midya dolmasi

mit Reis gefüllte Muscheln

yaprak dolmasi

gefüllte Weinblätter

adana kebap

würziger Hackfleischspieß

kavurma

auf dem Blech gebratenes Lamm- oder Hammelfleisch

kuzu tandir

Lammfleisch, in einer Backvorrichtung aus Ton in der Erde geschmort

bahçivan kebabi

gebratenes Lamm mit diversem Gemüse, mit Thymian gewürzt

bulgur pilavi

Weizengrütze mit Zwiebeln und Gemüse

domates dolmasi

gefüllte Tomaten mit Reis und Hackfleisch

döner piliç

Hühnchen am Spieß

karni yarik

mit Hackfleisch gefüllte Auberginen

kiymali pide

Hefeteig mit Hackfleischfüllung

baklava

Blätterteigpastete mit Zuckersirup, verschiedene Füllungen

hanim göbeği

„Frauennabel“; Brandteigbällchen in Zuckersirup

lokma

Hefeteigkügelchen in Zuckersirup

 

Redewendungen

Guten Morgen

Günaydin

Guten Tag

Merhaba

Guten Abend

Iyi akşamlar

Auf Wiedersehen

Allaha ismarladik

Wie geht es Ihnen?

Nasilsiniz?

bitte

buyurun

danke

Teşekkür ederim

ja

evet

ja, bitte!

Evet, lütfen!

nein

Hayir

nein, danke!

Hayir, mersi!

Verzeihung

Pardon

Ich möchte zahlen.

Ödemek istiyorum

 

Umgangsformen

Türkische Gastfreundschaft

Türken sind von Natur aus sehr reizende und aufmerksame Gastgeber. Selbst der ärmste Bürger möchte seinen Gast (Konuk) auf bestmögliche Weise ehren. Doch wird nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt, man möchte sich auch mit seinem Gast unterhalten. Ein großer Teil der Mittelklasse der Bevölkerung spricht eine Fremdsprache. Doch auch den einer fremden Sprache nicht mächtigen gelingt es meist, sich verständlich zu machen.

 

Fotografieren in der Nähe militärischer Anlagen ist nicht erlaubt. Personen sollte man vor dem Fotografieren um Erlaubnis fragen.

 

Kultur / Geschichte

Die altorientalischen Hochkulturen (Griechen, Perser, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen) haben in der Türkei ihre Spuren hinterlassen. Unter Kemal Atatürk (ab 1923) öffnete sich die Türkei westlichen Einflüssen.

4000 v. Chr.

Seit Jahrtausenden ist die Kleinasiatischen Halbinsel besiedelt. Die ersten stadtähnlichen Siedlungen entstehen.

2000 v. Chr.

Indogermanische Hethiter dringen von Nordosten ein.

1650 v. Chr.

Labarna-Hattušilis I. gründet auf der Kleinasiatischen Halbinsel das „Alte Hethiterreich. Seine Nachfolger dehnen das Herrschaftsgebiet bis in das heutige Syrien aus.

1460 v. Chr.

Das „Neue Hethiterreich entsteht.

1285 v. Chr.

Muwatallis einigt sich mit Ramses II. über eine Machtteilung in Syrien.

1210 v. Chr.

Thrakier verdrängen die Hethiter in den gebirgigen Süden, wo sie um 700 v. Chr. von den Assyrern unterworfen werden.

1200 v. Chr.

Die Westküste Kleinasiens wird von griechischen Ioniern, Äoliern und Dorern besiedelt. Milet wird zur politisch und kulturell führenden Stadt in Kleinasien.

800 v. Chr.

Indogermanische Phryger gründen in Zentralanatolien ein Reich mit der Hauptstadt Gordion am Fluss Sakarya.

680 v. Chr.

Das Reich unterliegt unter König Midas (wegen seines Goldreichtums bekannt) den Kimmeriern. Kurz darauf können die Lyder dieses Nomadenvolks aus dem heutigen Südrussland wieder vertreiben und treten die Herrschaft als Großmacht in Anatolien an. Bis auf Milet unterstehen auch die griechischen Städte an der Westküste den in Sardes herrschenden lydischen Königen.

546 v. Chr.

Der legender reiche Lyderkönig Kroisos unterliegt den Persern.

336 v. Chr.

Alexander der Große erobert die Kleinasiatische Halbinsel und bis 323 fast das gesamte Perserreich.

323 v. Chr.

Nach dem Tod Alexander des Großen übernimmt Seleukos die Macht in Mesopotamien, Kleinasien und der Kaukasasregion.

281 v. Chr.

Die Küstenstädte geraten allmählich unter ägyptischen Einfluss, während an der Nordküsten mehrere unabhängige Fürstentümer entstehen (z.B. Bithynien u. Pontos)

263 v. Chr.

Pergamon wird zur aufstrebenden Macht. Die Herrscher verbünden sich im Kampf gegen die Seleukiden mit Rom.

133 v. Chr.

Der letzte Seleukidenkönig Attalos III. Philometor vermacht sein Reich testamentarisch den Römern.

129 v. Chr.

West- und Zentral-Anatolien wird zur römischen Provinz „Asia“ .

100 v. Chr.

Kilikien (Südostanatolien) wird römische Provinz.

64 n. Chr.

Mit der Hinrichtung von Petrus und Paulus sowie zahlreichen anderen Christen in Rom beginnt die Christenverfolgung.

11.05.330 n. Chr.

Der römische Kaiser Konstantin I. mach Byzantinum (Byzanz) zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches. Zunächst nennt er die Stadt „Nova Roma“ später „Konstantinopel“.

395 n. Chr.

Nach der Teilung des Römischen Reiches wird Konstantinopel Hauptstadt des Oströmischen Reiches, das sich über Vorderasien bis nach Ägypten erstreckt und sich nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches sogar bis nach Italien und Spanien ausdehnt. Grundlagen sind römisches Recht und der christliche Glaube.

612 n. Chr.

Die Perser nehmen die anatolischen Provinzen Kappadokien und Kilikien ein.

622 n. Chr.

Kaiser Heraklios vertreibt die Perser aus Anatolien.

680 n. Chr.

Der byzantinische Kaiser muss nach einem verlorenen Krieg die bulgarisch-slawische Staatsgründung in der Donaumündung anerkennen und ist zudem auch noch tributpflichtig.

700 n. Chr.

Byzanz kann sich gegen die vordringenden Bulgaren behaupten, verliert aber große Teile Kleinasiens an die Araber und die Gebiete in Italien und Spanien an die Normannen.

814 n. Chr.

Bulgarien und Byzanz schließen nach einem für das byzantinische Heer vernichtenden Kampf einen 30-jährigen Friedensvertrag.

964 n. Chr.

Byzanz gelingt die Vertreibung der islamischen Araber aus Kleinasien.

1054

Spaltung der Kirche in römisch-katholische und griechisch-orthodoxe.

1071

Seldschuken (sunniitsch-islamisch, turksprachig) erobern große Teile Zentralanatoliens und dringen sogar bis zum Mittelmeer vor.

1081

Wiederaufstieg  Byzanz unter Kaiser Alexios I. Komnenos.

1097

In Zentralanatolien wird ein sunnitisch-islamisches Reich mit der Hauptstadt Konya gegründet.

1204

Die Kreuzritter erobern Konstantinopel.

1261

Mit Hilfe der Seldschuken werden die Kreuzritter vertrieben. Den Byzantinern gelingt die Wiedererrichtung ihres Reiches, allerdings beschränkt auf ein Gebiet zu beiden Seiten der Ägäis.

1298

Osman, Emir der turkmenischen Oghusen, der nach und nach einen Großteil Nordwestanatoliens unter seine Kontrolle bringen konnte, ernennt sich zum Sultan. Er ist der Begründer des Osmanischen Reiches.

1300

Osman ruft zum Glaubenskrieg auf und dringt immer weiter nach Westen vor.

1359

Die Osmanen dringen bis Makedonien und Bulgarien vor und sichern die Herrschaft auf dem Balkan.

1389

Die Osmanen festigen die Macht in Südosteuropa und unterwerfen auch Griechenland.

1402

Die Osmanen unterliegen in der Nähe von Ankara dem Mongolenheer. In den darauffolgenden Jahren zerfällt das Osmanenreich wieder in mehrere Fürstentümer.

1413

Sultan Mehmed I. gelingt die Erneuerung des Osmanischen Reiches in Anatolien und auf dem Balkan.

1453

Die Osmanen erobern Konstantinopel und beenden die byzantinische Herrschaft. Sultan Mehmed II. benennt Konstantinopel in Istanbul um und macht es zu seiner Hauptstadt.

1468

Serbien, Griechenland, Bosnien und Albanien sind Provinzen des Osmanischen Reiches.

1481

Unterwerfung weiterer Fürstentümer bis zum Euphrat.

1517

Sultan Selim I. hat Ägypten, Vorderasien und Mesopotamien erobert.

1520

Unter Suleiman II., dem Prächtigen, erreicht das Osmanische Reich seine größte Ausdehnung (rund 5 Mio. km²) und kulturelle Blüte. Istanbul wird zur reichsten und prachtvollsten Stadt der Welt. Das Osmanische Reich herrscht über den Balkan, bis nach Ungarn, Klein- und Vorderasien, Ägypten, große Gebiete Nordafrikas bis Marokko.

1571

Die türkische Flotte wird in der Seeschlacht bei Lepanto von Venezianern und Spaniern vernichtend geschlagen. Die Vorherrschaft der Osmanen im Mittelmeer geht verloren.

1687

Unter Suleiman III. verlieren die Osmanen große Gebiete in Europa: Ungarn, große Teile Jugoslawiens u. Rumänien fallen an die Habsburger, die Ukraine an Polen, die Russen stoßen bis ans Schwarze Meer vor und die Venezianer setzen sich entlang der Dalmatinischen Küste und auf dem Peloponnes fest.

1754

Die russischen Zaren habe die römisch-deutschen Kaiser als Hauptgegner der Osmanen abgelöst. Sie erobern die Krim-Halbinsel (1769) und fassen entlang der westlichen und östlichen Schwarzmeerküste Fuß.

1789

Das Osmanische Reich gerät in die Abhängigkeit westlicher Großmächte (Großbritannien, Frankreich, Deutschland), die Schutz vor Russland versprechen.

1824

Ein Großteil der Arabischen Halbinsel geht verloren, kurz darauf Südgriechenland, das Donaudelta und weite Gebiete im Kaukasus.

1861

Das Osmanische Reich ist in finanziellen Schwierigkeiten und gerät immer mehr in die Abhängigkeit europäischer Großmächte.

1875

Sultan Abd ül-Aziz muss in eine internationale Steuerverwaltung einwilligen, um einen Staatsbankrott abzuwenden.

1876

Sultan Abd ül-Hamid II.  sieht sich durch Aufstände der sogenannten „Jungtürken“ (intellektuelle Oberschicht) zur Proklamation einer Verfassung gezwungen, die bereits zwei Jahre später wieder aufgehoben wird.

1890

Wirtschaftsvertrag mit Deutschland

1908

Die „Jungtürken“ erzwingen die Wiedereinführung der Verfassung von 1876.

1912

Griechenland, Bulgarien, Serbien u. Montenegro gründen den Balkanbund und erklären dem Osmanischen Reich den Krieg.

1913

Im „Londoner Frieden“ muss die Türkei alle Besitzungen auf europäischen Boden (bis auf Ostthrakien) aufgeben.

1914

Das Osmanische Reich tritt an der Seite von Deutschland, Österreich-Ungarn und Bulgarien in den 1. Weltkrieg ein. Großbritannien besetzt daraufhin die Insel Zypern.

1916

Die türkischen Truppen kapitulieren. Mesopotamien, Vorderasien, weite Teile Ostanatoliens sowie der Kaukasus sind unter der Kontrolle der Alliierten.

30.10.1918

Der von den Alliierten Siegermächten ausgearbeitete Waffenstillstandsvertrag, bedeutet das Ende des Osmanischen Reiches. Verzicht auf die europäischen Besitzungen, Abtrennung von Teilen Süd- und Südostanatoliens, Aufsicht von Besatzungstruppen, Öffnung der Meerengen für den internationalen Schiffsverkehr.

1919

Die national-türkische Bewegung unter General Mustafa Kemal stellt sich griechischen Truppen entgegen, die mit der abgesprochenen Besetzung Westanatoliens und Thrakiens beginnen. Die Regierung in Istanbul spricht Todesurteile gegen ihn und seine Anhänger aus.

1920

Istanbul erhält eine Militärverwaltung. Mustafa Kemal hat inzwischen fast ganz Ost- und Zentralanatolien unter seine Kontrolle gebracht und bildet in Ankara eine Gegenregierung.

10.08.1920

Während Sultan Mehmed VI. in Frankreich einen Friedensvertrag (Bildung einer Kurdenrepublik im Südosten, die Ägäisinseln u. die Hafenstadt Smyrna/Izmir werden griechisches Staatsgebiet) unterzeichnet, lässt Mustafa Kemal seine Truppen weiterkämpfen und gewinnt die Oberhand über die Griechen.

1921

Die Griechen unterliegen den Türken bei der Eroberung der Stadt Smyrna/Izmir und verzichtet im Friedensvertrag mit Ankara auf alle Besitzungen auf dem kleinasiatischen Festland.

1922

Kemal setzt Sultan Mehmed VI. ab und führt die Friedensverhandlungen mit den Alliierten weitern.

24.07.1923

Unterzeichnung des Friedensvertrages. Die Türkei wird in ihren heutigen Grenzen anerkannt (1939 kommt noch das syrische Alexandrette hinzu)

29.10.1923

Ausrufung der Republik Türkei. Mustafa Kemal wird Staatspräsident. Er unternimmt große Anstrengungen die Türkei zu einem Staat nach westlichen Vorbild umzuformen (Abschaffung der islamischen Rechtsprechung, Abschaffung der Vielehe, Trennung von Staat und Kirche, rechtliche Gleichstellung der Frau, Abschaffung der Verschleierung und Einführung des Frauenwahlrechts, Einführung der lateinischen Schrift und des Gregorianischen Kalenders).

1925

Blutige Niederschlagung eines Kurdenaufstandes, die nach wie vor die Selbstverwaltung fordern. Kemal lässt zahlreiche kurdische Siedlungen zerstören und siedelt die „Bergtürken“ in die Westtürkei um.

1934

Mustafa Kemal erhält den Beinamen „Atatürk“ (Vater aller Türken).

1938

Mustafa Kemal stirbt, sein Nachfolger führt den Reformkurs weiter.

1945

Im 2. Weltkrieg verhält sich die Türkei zunächst neutral. Erst spät erklärt sie Deutschland und Japan den Krieg und erfüllt damit die Aufnahmebedingung in die wenig später gegründete UNO (Unites Nations Organization).

1960

Nach dem Erlass von antidemokratischen Maßnahmen (Pressezensur u.a.) durch Adnan Menderes kommt es zu einem Staatsstreich den Militärs unter General Cemal Gürsel.

1974

Zypern erklärt nach einem Putsch der griechischen Zyprioten den Anschluss an Griechenland. Daraufhin besetzten türkische Truppen den Nordteil der Insel, um für die türkisch-zypriotische Minderheit ein Autonomiegebiet zu schaffen.

Jan. 1978

Anschläge rechts- und linksextremistische Gruppen veranlassen Regierungschef Ecevit über mehrere Provinzen das Kriegsrecht zu verhängen.

Nov. 1978

Gründung der PKK (Kommunistische Arbeiterpartei Kurdistans) durch Abdullah Öcalan, die von der Regierung in Ankara sofort verboten wird. Öcalan verlegt sein Hauptquartier nach Syrien. Sein Ziel ist die ein souveräner Kurdenstaat in der Südosttürkei, der auch Teile von Syrien, Iran und Irak umfassen soll.

12.09.1980

Mit einem unblutigen Staatsstreich löst das Militär das Parlament auf, nachdem bürgerkriegsähnliche Zustände im Land herrschen. General Kenan Evren wird Staatspräsident. Er setzt die Verfassung außer Kraft, politische Verfolgung, Folterungen und Hinrichtungen sind die Folge. Unter Bülent Ülüsü wird eine neue Regierung gebildet. Er verhängt das Kriegsrecht, verbietet die Tätigkeit von Parteien, schränkt die Pressefreiheit ein und lässt zahlreiche Politiker verhaften.

06.11.1983

Nach der Wiederzulassung der Parteien wird Turgut Özal  (Mutterlandspartei) Ministerpräsident einer Zivilregierung.

15.11.1983

Nord-Zypern proklamiert die „Unabgängige Türkische Republik Nordzypern“. Der UN-Sicherheitsrat betrachtet dies als rechtswidrig.

1984

Hunderte politische Gefangene treten wegen unmenschlicher Haftbedingungen in den Hungerstreik. Das Kriegsrecht wird aufgehoben.

1987

Die Türkei beantragt die Aufnahme in die EG.

1991

Die Türkei fordert zum Schutz vor einem irakischen Angriff NATO-Einheiten an. Sie hatte sich im Golfkonflikt gegen den Irak gestellt.

1992

In Südostanatolien wird der Atatürk-Staudamm fertiggestellt. Syrien und Irak befürchten ihre Wasserversorgung nicht mehr decken zu können.

1997

Die Aufnahme der Türkei in die EU verzögert sich weiter (z.B. wegen Menschenrechtsverletzungen, Kurdenproblem, Teilung der Insel Zypern)

13.11.1997

Nach der Mitteilung der EU 10 Länder Mittel- und Osteuropas sowie Zypern, aber nicht die Türkei in die EU auszunehmen, bricht die Türkei die Beziehungen zur EU ab.

12.11.1998

PKK-Führer Abdullah Öcalan wird auf dem Flughafen in Rom verhaftet. Durch einen Asylantrag kann er die Auslieferung nach Ankara verhindern.

16.01.1999

Kurdenführer Öcalan wird von Italien freigelassen und setzt sich ab. Einen Monat später, am 16.02.1999 wird er von einem türkischen Geheimkommando in der griechischen Botschaft in Nairobi aufgegriffen und in die Türkei gebracht. Das löst eine Welle der Gewalt von Kurden in ganz Europa aus.

März 1999

Zahlreiche Urlauber haben aus Angst vor Anschlägen der PKK ihren geplanten Türkei-Urlaub storniert. Für die türkische Fremdenverkehrsbranche ist dies ein starker Rückschlag.

29.06.1999

PKK-Führer Öcalan wird zum Tode verurteilt. Ob das Urteil vollstreckt wird, dürfte noch längere Zeit nicht entschieden sein, da das Urteil  noch bestätigt werden muss und Öcalan die Möglichkeit hat Berufung einzulegen und sich an den Europäischen Gerichtshof zu wenden.

Aug. 1999

Öcalan appelliert über seine Anwälte an die PKK-Kämpfer die Waffen niederzulegen und ihre Einheiten aus der Türkei anzuziehen.

Sept. 1999

Osman Öcalan, der Bruder des PKK-Führers, erklärt den bewaffneten Kampf der PKK für beendet.

 

 

 

 

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